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12.08.2001 - "Ausweise obligatorisch zur Umrundung des Kailash"
Shedup Yonten, ein 26-jähriger Nomade aus Kreis Bayang, Shigatse, TAR, berichtet, etwa 60 chinesische Sicherheitskräfte seien im Laufe der letzten 3 Jahre am Kailash stationiert worden. Ein Unterkunftsgebäude mit 7 Zimmern wurde für die Wachleute gebaut, was besagt, daß es sich um keine vorübergehende Stationierung handelt. Die Hauptaufgabe dieses Außenpostens ist, die jetzt für die Umwandlung des Berges Kailash eingeführten Erlaubnisscheine auszustellen. Eine Erlaubnis für 3 Tage kostet 18 Yuan, aber Personen über 50 Jahren brauchen nur 14 Yuan zu zahlen. Nach Ablauf von 3 Tagen ist ein neuer Schein erforderlich. Die Tibeter der Gegend sind sehr unglücklich darüber, daß der Besitz von Dalai Lama Photos von den Chinesen als illegal erklärt wurde. Yonten erzählt, Anfang 2001 hätte ein ehemaliger Mönch von Kloster Goyar namens Rinzen Phuntsok den Offiziellen widersprochen. Er erklärte ihnen, es sei sinnlos in einem Kloster zu wohnen, weil den Tibetern die Verehrung ihrer Hauptanbetungsobjekte, nämlich des Dalai Lama und des Karmapa, verwehrt werde. Die Kader antworteten, die Tibeter könnten ja andere Lamas verehren. Im März wurde Phuntsok zur Vernehmung abgeholt, und seit diesem Zeitpunkt weiß man nichts mehr über seinen Verbleib oder seine jetzige Situation. Yonten erfuhr erst vor 5 Jahren von der tibetischen Unabhängigkeitsbewegung außerhalb Tibets, als einige lokale Dörfler aus Indien zurückkehrten und davon erzählten. Die Chinesen tun ihr Äußerstes, um jegliche die Freiheit betreffende Gefühle bei der Bevölkerung zu unterdrücken. In Yontens Dorf gibt es zweimal im Jahr einen Zensus und drei bis vier Meetings, bei denen es hauptsächlich um Opposition gegen den Dalai Lama geht und die Chinesen als die großen Führer und Retter der Tibeter dargestellt werden. Unser Informant beschrieb auch, wie die Steuern in Kreis Bayan seit 1981 immer höher wurden. Die lokale Bevölkerung fühlt sich sehr bedrückt von der Steuerlast. Obwohl die Behörden für sie wohlklingende Namen wie „Armuts- Bekämpfungs-Steuer“ ersannen, ist nichts von einer Besserung im Lebensstandard der lokalen Familien zu merken. Yonten floh alleine aus Tibet und möchte sich nun einem Kloster in Indien anschließen.
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