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21.12.2001 - "China verhaftet hunderte tibetischer „Abspalter“"

(CNN) -- Seit den Terrorangriffen auf die Vereinigten Staaten vom 11. September liess Peking hunderte mutmasslicher Separatisten in der Autonomen Region Tibet verhaften.

Westliche Diplomaten in Peking berichten, die Aktionen gegen sogenannte tibetische „Abspalter“ seien im Rahmen einer harten nationalen „Durchgreif“-Kampagne beordert worden, welche Mitte September lanciert wurde, und auf Terroristen, Separatisten und „religiöse Extremisten“ abzielt.
Im Gegensatz zu uigurischen Separatisten in Xinjang, welche angeblich mehrere bewaffnete Aktionen in Xinjiang ge-plant haben sollen, gibt es nach Aussagen der Diplomaten keine Berichte über Tibetaktivisten welche sich terroristischer Taktiken bedienten.
Dennoch werden in internen Dokumenten welche seit Mitte September im Umlauf sind, „Abspalter“ in Xinjang und Tibet ebenso wie die Meditationsbewegung Falung Gong, von den chinesischen Behörden als terroristische Organisationen eingestuft.
China hat in der Vergangenheit uigurische Separatisten als Teil einer globalen „Ost-Turkistan“ Terrorbewegung bezeichnet, deren Mitglieder teilweise in von Osama bin Laden betriebenen Lagern in Afghanistan ausgebildet würden.
Seit den Angriffen auf Amerika hat die Zentrale Militärkommission vermehrt Truppen sowie Einheiten der Bewaffneten Vokspolizei (BVP) nach Xinjiang gesandt, wo 2,500 mutmassliche uigurische Separatisten im Rahmen der „Durchgreif“- Kampagne verhaftet wurden.

Gemäss westlichen Diplomaten in Peking befinden sich in den grösseren Städten Tibets gegenwärtig Truppen und BVP Beamte in grosser Zahl. Unter den in Lhasa und anderen Städten verhafteten Tibetern befinden sich Mönche und Nonnen, sowie Intelektuelle welche Pekings Tibetpolitik kritisiert haben, berichten die Diplomaten weiter.
Es ist gegenwärtig unklar, wie lange die tibetischen Häftlinge inhaftiert bleiben, oder ob einige von ihnen, wie in anderen Fällen, nach einer „patriotischen Erziehung“ freigelassen werden.
Jedenfalls scheint es offensichtlich, dass die Repressionskampagne gegen „Abspalter“ Teil einer breiter angelegten Kampagne ist, mit welcher Peking auf den Anti-Terror Zug aufzuspringen versucht.
Diese Woche veröffentlichten Chinas Staatsmedien eine, von der kommunistischen Partei und den Regierungsbehörden verfasste Verlautbarung über die Notwendigkeit erhöhter staatlicher Wachsamkeit in Anbetracht zunehmender Gefährdung von Recht und Ordnung.
Es wurden in erster Linie „bedeutende Bedrohungen der gesellschaftlichen Sicherheit“, Infiltration und Sabotage durch feindliche ausländische Mächte, „Unruhen durch in- und ausländische Abspalter“, Terroristen und religiöse Extremisten, sowie böse Kulte und Verbrecherbanden aufgeführt.
Die offizielle Nachrichtenagentur ‚China News Service‘ (CNS) berichtet am Mittwoch, dass Sicherheitskräfte während Razzien gegen illegalen Waffenbesitz in Xinjang mehr als 11,000 Schusswaffen beschlagnahmt und nachträglich zerstört hätten.
CNS zitierte den ranghohen Polizeibeamten Liu Keqing, einige der Waffen haben sich im Besitz von „Terroristen“ und Separatisten befunden.
Peking ist zuversichtlich, die Waffenlieferungen ausländischer Sympatisanten an uigurische Untergrundkämpfer durch vermehrte Truppenpräsenz and der Grenze von Xinjiang zu mehreren zentralasiatischen Staaten zu beenden.

 

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