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21.12.2001 - "Der Dalai Lama hält einen zukünftigen Dialog mit China für möglich"

Der im Exil lebende Führer Tibet's erklärt, dass Peking seinen Versuch, Autonomie-Gespräche zu führen, abgewiesen habe. Er hoffe jedoch, dass Jiang's vermutlicher Nachfolger dafür empfänglicher sein wird.

Von DAVID HOLLEY, The Los Angeles Times, 8. Dezember 2001
(Übersetzung: tibetfocus.com, S. Gut)

OSLO ­ Peking hat einen kürzlich erfolgten Versuch des Dalai Lama, einen direkten Dialog zu beginnen, zurück gewiesen. Der im Exil lebende tibetische Führer sagte jedoch am Freitag, dass eine Verhandlung über Tibet eventuell mit dem Mann möglich werde, der vermutlich Chinas nächster Präsident werden wird.

Während einem dreitägigen Treffen von Nobelpreis-Gewinnern in Norwegen, begrüsste der Dalai Lama in einem Gespräch mit der Zeitung "The Times" eine kürzlich erfolgte Europareise des chinesischen Vizepräsidenten Hu Jintao. Diese Reise wurde von vielen als erster Auftritt des bislang wenig bekannten möglichen Nachfolgers des chinesischen Präsidenten Jiang Zemin auf der Bühne der Weltpolitik gewertet.

Das religiöse und politische Oberhaupt Tibets sagte: "Meiner Meinung nach muss China in der Mitte der Weltgemeinschaft stehen. Dieser Besuch ist Teil der Anstrengungen, die China unternimmt, um sich der Aussenwelt anzunähern."

Er erklärte, dass er im September über die chinesische Botschaft in Neu Delhi angeboten habe, eine Delegation nach Peking zu schicken, um ein Tibet betreffendes Memorandum zu diskutieren. "Ich unternahm jede Anstren-gung; aber die chinesischen Machthaber haben sich geweigert, die Delegation zu akzeptieren. Ich sehe im Mo-ment keine andere Möglichkeit, diese Sackgasse zu verlassen. Ein zukünftiges Abkommen mit Hu ist jedoch mög-lich."

Es wird weitherum erwartet, dass der 59-jährige Hu im nächsten Jahr Jiang als Leiter der Kommunistischen Partei und im darauffolgenden Jahr als chinesischer Präsident ablösen wird. Hu begann 1988 begann als oberster chine-sischer Beamter in Tibet und leitete die Unterdrückung der tibetischen Proteste gegen die Vorherrschaft Chinas; vor allem aber eine blutige Niederschlagung eines Aufstandes im März 1989.

Der Dalai Lama bemerkte, dass die offensichtiche Erfahrung des Nachfolgers auf zwei Arten interpretiert werden könne. Er erklärte: "Eine Meinung ist diese: In der Führungsspitze ist er der Einzige, der Tibet genauer kennt, oder zumindest ein vergleichsweise grosses Wissen besitzt. Dies ist ein Vorteil. Andere jedoch sagen, dass es deshalb zur Niederschlagung kam, weil er der Leiter der Kommunistischen Partei in der Autonomen Region Tibet war. Deshalb gibt es solche, die sagen, er sei ein Vertreter der harten Linie."

Der Dalai Lama erklärte, dass er im Moment nicht sicher sei, welche Sichtweise die richtige ist. Er denke jedoch, dass Hu nicht seine eigene persönliche Meinung über die tibetischen Proteste und die chinesische Niederschlagung ausgedrückt habe. "Darum lasst uns abwarten."

Antworten: 1 Kommentar

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