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21.12.2002 - "Mit ungewöhnlichen Methoden gegen den internationalen Shahtoosh-Schmuggel"
Über die massive Wilderei der stark bedrohten Tibet-Antilope wegen ihres wertvollen Haarkleids Shahtoosh berichtete GEO schon früher. Mit ungewöhnlichen Methoden der Beweissicherung gehen jetzt Polizei und Tierschützer gemeinsam gegen den internationalen Shahtoosh-Schmuggel vorNachdem verdeckte Ermittler in einer römischen Modeboutique mit versteckter Video-Kamera Beweismaterial beschafften, konnte von den italienischen Behörden einer der bisher seltenen Aufklärungserfolge bei der Verfolgung der Shahtoosh-Mafia verbucht werden. Haarproben im Einsatz gegen die Shahtoosh-Maifa (3. Geo, Mai 2002) Über die massive Wilderei der stark bedrohten Tibetantilope wegen ihres wertvollen Haarkleids Shahtoosh berichtete Rolf Bökemeier in GEO Nr. 5/2001: "Tierschützer in China - Allein auf weiter Flur". Mit ungewöhnlichen Methoden der Beweissicherung gehen jetzt Polizei und Tierschützer gemeinsam gegen den internationalen Shahtoosh-Schmuggel vor. Kürzlich filmten verdeckte Ermittler der Tierschutz-Organisation International Fund for Animal Welfare (IFAW) den verbotenen Handel mit Schals aus Shahtoosh in einer römischen Modeboutique mit versteckter Video-Kamera. Auf Grund des Beweismaterials wurde die illegale Ware von den italienischen Behörden beschlagnahmt, und die Händler müssen mit hohen Strafen rechnen - einer der bisher seltenen Aufklärungserfolge bei der Verfolgung der Shahtoosh-Mafia. Die so genannten "Königswolle" wird aus dem Haarkleid der seit 1969 streng geschützten Tibetantilope gesponnen und gilt als feinstes und teuerstes Textil. Ein daraus gefertigter Luxus-Schal kostet bis zu 13 000 Euro und das Leben von drei bis fünf Tieren, die von Wilderern auf dem Tibetischen Hochplateau in China abgeschossen werden - rund 20 000 Antilopen jährlich. Trotz des globalen Handelsverbots für Shahtoosh gemäß des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens wird das Wildpelzhaar weiterhin geschmuggelt: zunächst in die Region Kaschmir und von dort an Nobelboutiquen in aller Welt. Dabei wird das Antilopenprodukt gegenüber den Zollbehörden meist als Pashmina deklariert, von der domestizierten Kaschmirziege erzeugte Schurwolle, die ähnlich aussieht und deren Export legal ist. Um dieser kriminellen Praxis das Handwerk zu legen, haben die Tierschützer von IFAW und die Spezialabteilung Wildlife Crime Unit von Scotland Yard jetzt einen Informations-Set entwickelt und weltweit an die zuständigen Behörden verschickt. Damit die oft überforderten Zollbeamten die illegale Ware zweifelsfrei identifizieren können, wurde jeder Sendung ein kleines Stück Shahtoosh beigefügt - aus konfisziertem Schmuggelgut.
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