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21.12.2002 - "Bruder des Dalai Lama erklärt, dass Jiang Zemin den Dalai Lama treffen sollte"

Quelle: www.savetibet.org, Übersetzung: tibetfocus.com, S. Gut

Gyalo Thondup, der ältere Bruder des Dalai Lama verlangt ein baldiges persönliches Treffen zwischen dem chinesischen Präsidenten Jiang Zemin und dem Dalai Lama.
Thondup, der am 9. August 2002 an einem einstündigen Programm (Tamleng Shelpar) des "Radio Free Asia's Tibetan Service" teilnahm, sagte, dass sein einmonatiger Besuch in Tibet klar gezeigt habe, dass eine Verbesserung der tibetisch-chinesischen Beziehung dringend nötig sei.
Thondup führte aus, dass seine wichtigsten Botschaften für die Führer in Tibet und China gewesen sei, dass sie mithelfen sollten, das kulturelle Erbe Tibets zu erhalten und dass TibeterInnen inner- und ausserhalb Tibets erlaubt werden sollte, einander zu besuchen. Seiner Meinung nach zeigten sich die chinesischen und die tibetischen Führer empfänglich für diese beiden Vorschläge.
Über seinen allgemeinen Eindruck von der Reise befragt, antwortete er, dass ein starker Wunsch auf Seite der chinesischen Führer unter Jiang Zemin bestehe, das System zu ändern: TibeterInnen sollten nicht mehr Befehle von chinesischen BeamtInnen entgegen nehmen, sondern wirkliche Vollmacht/Befugnisse erhalten.

Zur Zeit hält sich Thondup in Hong Kong auf. Er hatte seine Tibetreise am 3. Juli 2002 begonnen; innerhalb von dreizehn Tagen besuchte er Lhasa, Kongpo Nyingtri, Lhoka, Samye, Tsethang, Gyantse und Shigatse. Zwischen dem 14. und dem 22. Juli besuchte er Xinning, Kumbum, Tso-ngon, Tsakhalo, Golmud und seinen Geburtsort in Amdo. Nachher verbrachte er sieben Tage in Ost-Turkestan (Xinjiang), bevor er nach Peking weiterreiste.

Auf die Frage, ob es möglich gewesen sei, während seiner Reise mit gewöhnlichen TibeterInnen in Kontakt zu treten, erklärte er, dass sich die Gelegenheit zu längeren Treffen nicht geboten habe. Er habe jedoch tibetische Führungspersönlichkeiten wie Ragdi und Legchok getroffen. Die tibetischen Beamten habe er gebeten, mit der Verunglimpfung des Dalai Lama aufzuhören.

Langfristig sehe er Hoffnung für Tibet. Es gebe grosse Veränderungen im Bereich der Minderheiten. China sollte die Rechte der tibetischen Nationalität respektieren, da alle Nationalitäten Rechte haben. China sollte auch mit der ungerechten Behandlung von TibeterInnen aufhören. Wenn die Situation in Tibet besser werde, sei dies auch zum Wohle Chinas.

Thondup erklärte, dass es grosse Veränderungen gebe hinsichtlich dem Bau von Bahnlinien und Häusern. Die Bevölkerung habe sehr stark zugenommen. Auf die Frage, ob er viele ethnische Chinesen angetroffen habe, antwortete er, dass es in den grösseren Städten viele chinesische Geschäftsleute gebe, aber nur wenige in den ländlichen Gebieten.

Die Situation selber in Tibet mitzuerleben sei anders als wenn man nur die Erzählungen anderer höre. Die Realität der Situation in Tibet zu verstehen könne helfen, Missverständnisse abzubauen und sei sowohl für TibeterInnen als auch für ChinesInnen sehr wichtig.

Da er einen privaten Besuch abgestattet habe, erklärte Thondup, habe er keine Diskussionen über die Verhandlungen zwischen Tibet und China geführt; er finde jedoch, dass ein persönliches Treffen zwischen dem Dalai Lama und Jiang Zemin dringend nötig wäre, um die Tibetfrage zu lösen.

Thondup sagte, er habe den Knaben nicht getroffen, welcher von den Chinesen zum Panchen Lama ernannt worden sei, da der Dalai Lama diesen nicht anerkenne.

Im Laufe des Radioprogramms, erklärte ein Anrufer aus Tibet, Tashi Dorjee, dass nicht viele Menschen vom Besuch gewusst hätten und fragte, wieso diese Reise geheim gehalten worden sei. Thondup antwortete, dass die Zentralregierung Chinas das Programm zusammen gestellt habe.

Auf die Frage, wie es zu dieser Reise gekommen sei, erzählte er, dass er auf einem Besuch in China vor zwei Jahren, den Beamten der "Chinese United Front" erklärt habe, dass er gerne die tibetischen Gebiete bereisen möchte. Im vergangenen März hätten sie ihn informiert, dass ein Besuch im Juli angebracht wäre.

Thondup bat das Radio, die TibeterInnen wissen zu lassen, dass er einen ausgedehnteren Besuch Tibets plane. Er möchte drei Monate in Tibet
verbringen: je einen Monat in den drei Provinzen Amdo, U-Tsang und Kham. Denn auf dieser Reise hatte er Kham nicht besuchen können.

Es existiere kein spezieller Plan, dem Dalai Lama oder der tibetischen Exilregierung Bericht zu erstatten, wenn er nach Indien zurückkehre. Wenn er jedoch angefragt werde, gebe er detaillierte Antworten.


Antworten: 1 Kommentar

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Aufgegeben von roulette @ 22.03.2005 10:29 PM MEZ


 

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