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21.12.2002 - "Chinas Charme-Offensive in der Tibet-Politik"
Die Besuche von Gyalo Thondup und den zwei Emissären S.H. des Dalai Lama in Peking und Lhasa geben China die Gelegenheit, seine repressive Tibet-Politik in ein neues Licht stellen zu können. Lesen Sie die verschiedenen Presseberichte zum Besuch von Lodi Gyari und Kelsang Gyaltsen in Peking und Tibet! 1. dpa, 17.9.02: China schöpft mit Charmoffensive in Tibet politisches Kapital Lhasa (dpa) - China hat seine Tibet-Politik nicht geändert, schlägt aber neue Töne an. Erstaunlich selbstkritisch äußerte sich der tibetische Regierungschef Logqog jetzt vor einer Gruppe ausländischer Journalisten : "Wir waren zu selbstzufrieden. Immer dachten wir, die Wahrheit auf unserer
Gesandte des Dalai Lama in Lhasa Erstes Treffen mit chinesischen Funktionären seit zwanzig Jahren / Vorsitzender der Provinzregierung bezeichnet religiöses Oberhaupt der Tibeter als "unehrlich" und "wechselhaft" P.K. LHASA, 16. September. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren sind wieder Repräsentanten des Dalai Lama mit hohen chinesischen Funktionären zusammengetroffen. Der Vorsitzende der Provinzregierung von Tibet, Legchog, sagte am Montag in Lhasa, er habe am Sonntag Lodi Gyaltsen Gyari und Begleitung zu einem mehr als einstündigen Gespräch empfangen und ihnen Tibets wirtschaftliche Fortschritte erläutert. Legchog hob hervor, es habe sich um einen privaten Besuch gehandelt. Das Büro des Der historische Besuch wurde den Tibetern verschwiegen. Tibetische Zeitungen erwähnten ihn bislang nicht, und selbst Funktionäre der chinesischen Regierung in Tibet erklärten, nichts davon zu wissen. Der Vorsitzende der "Autonomen Region Tibet", Legchog sagte, er habe den Gast über die Entwicklung in Tibet informiert. Die Besucher hätten auch die meisten Tempel besucht. Aber über den Dalai Lama und weitere Delegationen aus Dharamsala sei nicht gesprochen worden. Lodi Gyaltsen Trotz dieser neuen Freundlichkeit gibt es keine Änderung in der Haltung Pekings gegenüber dem Dalai Lama selbst. Legchog bezeichnete ihn als unehrlich und wechselhaft. Auch wenn der Dalai Lama jetzt behaupte, er fordere nicht die Unabhängigkeit Tibets, sondern nur Autonomie, so sei das nicht glaubhaft. Er beschuldigte den Dalai Lama, die Tatsachen zu verdrehen. Die Bedingungen, die die chinesische Regierung für eine Rückkehr des Dalai Lama stellt, hätten sich nicht geändert, sagte Nach dem Aufstand von 1959 und den antireligiösen Exzessen der Chinesen während der Kulturrevolution hatte es zu Beginn der achtziger Jahre direkte und zu Beginn der neunziger Jahre indirekte Kontakte zwischen Peking und den Exil-Tibetern gegeben. Nach der Kontroverse um die
Nach 20 Jahren betreten Gesandte des Dalai Lama den Boden Tibets Historischer Besuch weckt Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Dialogs, doch Pekings freundliche Geste dient vor allem der eigenen Imagepflege Von Johnny Erling Lhasa - Botschafter und Verwandte des Dalai Lama stoßen zum ersten Mal seit 20 Jahren in Peking und in Lhasa wieder auf offene Türen. Einer der höchsten Tibetpolitiker Chinas, der im Range eines Provinzgouverneurs stehende Vorsitzende der autonomen Region, Legqog, hat am Sonntag mit Tibets Provinzführer traf sich nun für eine Stunde mit Lodi Gyaltsen Gyari, der den 67-jährigen Dalai Lama in der USA-Politik berät, und mit seinem für die Europapolitik zuständigen Vertrauten Kelsang Gyaltsen. "Beide sind mit Genehmigung der Zentralregierung nach Lhasa gekommen und Die Pekinger Führung weckt mit der neuen Einladungsdiplomatie für hochrangige Exiltibeter weltweit Hoffnungen auch auf eine Wiederaufnahme ihres seit neun Jahren abgebrochenen Dialogs mit dem tibetischen Gottkönig, der 1993 von der chinesischen Botschaft in Neu-Delhi eingestellt wurde. Der Dalai Lama hat über seinen Sprecher die Reisegenehmigung für "sein Team" mit "großer Freude" begrüßen lassen. Zuletzt hatte eine von ihm entsandte Delegation 1982 Lhasa besucht. Der Massenjubel der tief religiösen und von China Jahrzehnte unterdrückten Tibeter, die in Großkundgebungen zum Hotel der Delegation pilgerten, löste in Peking Panikreaktionen aus. Legqoq beeilte sich gestern zu versichern, dass China die Besucher nicht als Emissäre betrachte und bei seinen Treffen mit ihnen "auch nicht von und über den Dalai Lama gesprochen wurde". Peking würde mit diesem erst verhandeln, wenn er allen Unabhängigkeitsbestrebungen öffentlich abschwört, Chinas Oberherrschaft über Tibet in allen Punkten anerkennt und sich von der illegalen Exilregierung loslöst. "Der Ball liegt nun bei ihm." Legqoq kritisierte den Friedensnobelpreisträger, die Öffentlichkeit über seine "wahren Ziele", nämlich Tibets Unabhängigkeit zu wollen, in die Irre zu führen. Die verbale Attacke hielt Lhasas Führung aber nicht von einer weiteren überraschenden Geste ab. Den Vertrauten des Dalai Lama und zuvor schon dem Bruder wurde erlaubt, den Potala-Palast, die ehemalige Residenz des nach dem Aufstand 1959 nach Indien geflohenen Gottkönigs, zu besuchen. Die Besuche der Exiltibeter sind bisher mit Hilfe einer Nachrichtensperre vor der tibetischen und ungebrochen Dalai-treuen und tief religiösen Bevölkerung geheim gehalten worden. Dies nährt den Legqoq erklärte eine neue Bereitschaft seiner Provinzführung, Tibet künftig verstärkt für Besuche von Exiltibetern und internationale Medien zu öffnen. Er gab erstmals bekannt, dass Peking ein neues massives Wirtschaftsprogramm für Tibet gebilligt hat. Auf dem Dach der Welt werden in den fünf Jahren 2001 bis 2005 umgerechnet elf Milliarden Euro investiert werden, weit mehr als in den letzten 50 Jahren zusammen. Dies werde die Infrastruktur gewaltig ausbauen, den wirtschaftlichen Aufschwung beschleunigen und die politische Stabilität absichern. "Wir wissen, dass uns die Welt beobachtet, und nehmen dies heute auch zur Kenntnis."
Verwandtenbesuche mit besonderer Note Erstmals seit 20 Jahren sprechen chinesische Politiker mit Von unserer Korrespondentin Jutta Lietsch Lhasa. Hoffnung auf Entspannung - oder nur ein neuer Zug im Poker um Tibet? Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren haben hohe chinesische Politiker in Lhasa jetzt zwei offizielle Abgesandte des Dalai Lama Tibetische Oppositionelle und Bürgerrechtsgruppen wie das Tibet-Informations-Netzwerk in London sehen in den neuen Kontakten einen wichtigen Schritt zu einer möglichen Annäherung zwischen dem 5. Süddeutsche Zeitung, 18.9.02: Charme-Offensive in Lhasa Tibets Regierung empfängt wieder Gesandte des Dalai Lama Die beiden Seiten an einem Tisch an diesem Ort zu sehen, hat die Weltüberrascht: Abgesandte des Dalai Lama wurden diese Woche in Lhasa von Legqog empfangen, dem tibetischen Regierungschef von Chinas Gnaden. Lodi Gyari und Kelsang Gyaltsen sind seit 1985 die ersten offiziellen Vertreter der tibetischen Exilregierung, die Tibet besuchen durften. Lodi Gyari hat zuletzt von sich Reden gemacht, als er kurz vor Vergabe der Olympischen Spiele 2008 Chinas Führer "die Schlächter von Peking" nannte und mit Hitler verglich. Tibet-Regent Legqog seinerseits lässt kaum einen Tag vergehen, ohne den Dalai Lama einen Betrüger und "Vaterlandsspalter" zu schimpfen. Wenn solche Leute plötzlich miteinander plauschen, dann ist das bedeutsam. Der Empfang in Lhasa ist nur eines von mehreren Zeichen, mit denen China der Welt offensichtlich signalisieren möchte, dass sich etwas tut in Sachen Tibet: Im Oktober 2000 tauschte Peking den verhassten Parteisekretär Chen Kuiyuan gegen Guo Jinlong aus, dem offenbar mehr die wirtschaftliche Entwicklung der "Autonomen Region" am Herzen liegt. Anfang dieses Jahres wurden sechs politische Gefangene freigelassen. Und im Juli besuchte der Bruder des Dalai Lama, Gyalo Thondup, in inoffizieller Mission Peking und Lhasa und äußerte sich optimistisch über die Wiederaufnahme eines Dialogs. Nach der Besetzung Tibets durch chinesische Truppen 1959 und der anschließenden Flucht des Dalai Lama ins indische Exil hatte es 20 Jahre gedauert, bis Peking zum erstenmal Kontakt mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter aufnahm. Mitte der achtziger Jahre schienen dann die Gespräche schon weit gediehen, aber alle Hoffnungen der Exiltibeter auf ein Entgegenkommen Pekings zerstoben mit dem Massaker auf dem Tianamenplatz 1989 und endgültig dann 1993: Da brach Peking alle Kontakte ab, verärgert vor allem über den unermüdlichen Friedensnobelpreisträger Dalai Lama, der auf rastlosen Reisen die Welt von Menschenrechtsverletzungen in Tibet unterrichtete. Sind die jüngsten Entwicklungen Anzeichen eines wirklichen Sinneswandels in Peking? Manche meinen, China habe erkannt, dass in der Zusammenarbeit mit dem heute 67-jährigen, sein Volk stets zur Friedfertigkeit mahnenden Dalai Lama eine Chance liege. Propaganda auf Höchsttouren Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit: Dass Peking dem globalen PR-Wunder Dalai Lama endlich eine eigene Tibet-PR entgegenstellen möchte. Entsprechende Pläne liegen schon seit einiger Zeit vor: Im Juni 2000 hielt Regierungsmitglied Zhao Qizheng eine Rede mit dem Titel "Tibetologie und Außenpropaganda", in welcher er zu einem "langwierigen und ernsten Kampf" um die Deutungshoheit in Sachen Tibet aufrief. Und die Propaganda- und Kulturmaschinerie arbeitet auf Höchsttouren: Von Peking entsandte tibetische Volkstänzer tanzten unlängst in Brüssels Straßen (im EU-Parlament sitzen besonders sture Tibetfreunde); ausländische Reporter wurden in diesem Jahr in zuvor nie gesehener Zahl zu "geführten Touren" nach Tibet eingeladen. Bei aller Hoffnung sollte man aber eines nicht vergessen: Der Kronprinz der Kommunistischen Partei, Hu Jintao, der vielleicht schon im November die Nachfolge von Jiang Zemin als Generalsekretär antritt, ist kein Neuling in Sachen Tibet-Politik. Als 1987 große Demonstrationen in Lhasa ausbrachen, war Hu der Parteisekretär von Tibet. Seine Befehle an die Armee führten in jenen Tagen zu einem Massaker in Lhasa. Kai Strittmatter
Hoffnung für den Dalai Lama Erstmals seit 20 Jahren haben Vertreter der Regierung und Abgesandte des im Exil lebenden geistlichen Oberhauptes der Tibeter wieder miteinander gesprochen. Der tibetische Regierungschef Logqog empfing in Lhasa hohe Abgesandte des Dalai Lama. Er habe den Sonderbotschaftern bei dem mehr als einstündigen Treffen am Sonntag die "großen Veränderungen in Tibet vorgestellt", berichtete Logqog am Montag vor Journalisten in der tibetischen Hauptstadt. Obwohl es keine erkennbaren Ergebnisse gab, maßen Diplomaten dem ungewöhnlich hohen Empfang der Gesandten Lodi Gyaltsen Gyari und Kelsang Gyaltsen, die sonst die Beziehungen zu den USA und Europa pflegen, große Bedeutung bei. Damit wurde der seit 1993 unterbrochene indirekte Dialog über die chinesische Botschaft in Indien mit dem Dalai Lama wieder aufgenommen. Der Dalai Lama, der sowohl geistliches als auch weltliches Oberhaupt der Tibeter ist, war 1959 nach einem Aufstand gegen die chinesische Fremdherrschaft aus Tibet geflüchtet. Wie der Dialog fortgesetzt werde, sagte Logqoc nicht. In einem Appell öffnete er aber die Tür für Besuche weiterer Exil-Tibeter, solange sie wie "Patrioten" an der Einheit der chinesischen Nation festhielten. Das Entgegenkommen soll offenbar Kritiker der chinesischen Tibetpolitik vor dem Besuch von Staats- und Parteichef Jiang Zemin am 25. Oktober bei US-Präsident George W. Bush in Texas besänftigen. Tibets Regierungschef meinte, in den Gesprächen sei die Rolle des Dalai Lamas nicht angeschnitten worden. Kompromisslos legte Logqog aber Chinas Forderungen vor, nach denen sich der Dalai Lama voll der Pekinger Tibet-Politik unterwerfen soll. "Der Ball ist im Feld des Dalai Lamas." Der Friedensnobelpreisträger von 1989 fordert die Autonomie Tibets. Der Dalai Lama müsse Tibet und Taiwan als untrennbare Teile der Volksrepublik und die kommunistische Regierung als die alleinige Regierung anerkennen, verlangte Logqog. Viele Tibeter, die den Dalai Lama bis heute unverändert wie einen Gott verehren, lehnen bis heute die Fremdherrschaft der Chinesen ab, die Tibet nach der Invasion der Volksbefreiungsarmee 1950 der Volksrepublik einverleibt hatten. 7. taz, 19.9.02: DALAI-LAMA-DELEGATION Antworten: 1 Kommentar If you are looking for the best roulette games, then you have come to the right place, with the best online roulette games, the highest payouts and the biggest prizes Aufgegeben von roulette @ 22.03.2005 09:43 PM MEZ
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