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21.12.2002 - "Indien und China beginnen Gespräche über Grenzkonflikt und andere Themen" Quelle: AFP, Übersetzung tibetfocus.com, S. Gut Wie aus indischen Regierungskreisen verlautete, haben hohe indische und chinesische Regierungsvertreter Gespräche über einen seit langem bestehenden Grenzkonflikt aufgenommen. Diese könnten jedoch auch auf den internationalen Terrorismus und die Situation im Irak ausgeweitet werden. Die beiden Länder teilen eine 4'000 Kilometer (2'480 Meilen) lange Grenze, von der einige Abschnitte in Frage gestellt sind. Es wird erwartet, dass die beiden Seiten Karten der umstrittenen Gebiete austauschen werden. Die Mitteilung fügte hinzu: "Man wird auch einen Meinungsaustausch zu regionalen und internationalen Themen, die für beide Seiten von Interesse sind, durchführen." Die Beziehungen zwischen Indien und China haben sich in den letzten Jahren trotz dieses Grenzkonflikts, der auf den indo-chinesischen Krieg von 1962 zurückreicht, verbessert. Die beiden Länder haben eine Zusammenarbeit im Bereich Handel begonnen, welche wahrscheinlich in den Gesprächen vom Donnerstag eine wichtige Rolle spielen wird. Laut C. Raja Mohan, der für die Zeitung "The Hindu" politische Analysen erstellt, sollen auch Pläne über einen Besuch des indischen Premierministers Atal Behari Vajpayee in Peking diskutiert werden. Dies wäre der erste Besuch eines indischen Premierministers seit fast zehn Jahren. Mohan erläuterte, dass die Gespräche und Vajpayees Besuch darauf abzielen sollten, die Gebirgskette des Himalaya, welche heute ein politisches Hindernis darstelle, in einen Übergang zwischen zwei grossen Zivilisationen umzuwandeln. "In einer Zeit, in der sowohl Indien als auch China sich der Logik von Handelsflüssen und der Bewegung von Menschen über die Grenzen hinweg anpassen, macht es keinen Sinn, den Himalaya in einem Zustand der ständigen politischen Spannung zu halten", sagte Mohan. Und fügte hinzu, dass mehrere seit längerer Zeit existierende Problempunkte zwischen den beiden Ländern sich auf den Himalaya konzentrieren würden. Abgesehen vom Grenzkonflikt, gehörten dazu auch eine falsche Einschätzung der Lage in Tibet und die nicht-Anerkennung von Sikkim als einen Teil Indiens durch China. Indien sei beunruhigt, dass sowohl seine traditionellen kulturellen Verbindungen als auch der Handel mit Tibet unter der chinesischen Verwaltung Tibets beeinträchtigt worden seien. Währenddessen habe China das Gefühl, dass Indien es davon abzuhalten versuche, eine vollwertige Beziehung mit Ländern wie Nepal und Bhutan einzugehen, welche auf der südlichen Seite des Himalaya liegen. Mohan schlägt vor, dass China Sikkim als Teil Indiens anerkennen solle, um damit zu versuchen, die Spannungen abzubauen. Seiner Ansicht nach würde dies Indien erlauben, Sikkim für den Handel mit China durch Tibet wieder zu öffnen. In seinen Anstrengungen, Tibet zu globalisieren, versuche China aktiv, ökonomische Verbindungen zwischen Tibet und den benachbarten Regionen aufzubauen. "Dies stellt eine ausserordentliche Gelegenheit für Indien dar, seine historischen Verbindungen mit Tibet wieder herzustellen", hielt Mohan fest, "nicht als eine Angelegenheit von gesetzlich verankerten Rechten, sondern als praktische Folge der zunehmenden Handelsbeziehungen und zwischenmenschlichen Kontakte."
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