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21.12.2003 - "August 2005: Der Dalai Lama im Hallenstadion Zürich"

Tages-Anzeiger (Daniela Kuhn), 26.4.03

Im Sommer 2005 wird der Dalai Lama in Zürich während zehn Tagen zwei buddhistische Texte auslegen ­ sofern das Hallenstadion erneuert werden kann und wieder offen ist.

Am 6. Juli 2005 wird der Dalai Lama 70. Einen Monat nach seinem Geburtstag wird das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter in Zürich zu sehen sein. Diesmal sollen Tausende den hohen Besuch miterleben können. Geplant ist eine Belehrung, ein sogenanntes Teaching, vom 4. bis am 15. August 2005 im Hallenstadtion. Der Grossanlass hängt davon ab, ob die Stimmbürger der Renovation am 18. Mai zustimmen. Die Organisatoren rechnen mit 5000 bis 10000 Teilnehmern. Ähnlich wie beim Kalchakra-Ritual in Graz im letzten Herbst wird der grösste Teil der Zuhörer aus dem Ausland anreisen.

Im Sommer 2001 hatten Diego Hangartner und Martin Brauen die Idee, den Dalai Lama in Zürich auftreten zu lassen. Hangartner lebte während zehn Jahren in Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung, Martin Brauen ist Leiter der Abteilung Tibet/Himalaya und Ferner Osten am Völkerkundemuseum Zürich. Als sie die Zusage hatten, begannen die beiden Tibet-Freunde den Anlass zu organisieren.

Sie gründeten den Verein «The Dalai Lama in Switzerland», dessen Präsident Diego Hangartner ist. Vizepräsident Brauen plant gleichzeitig eine Ausstellung im Völkerkundemuseum mit dem Arbeitstitel «Die Dalai Lamas», in der Tankas und Figuren gezeigt werden. Das Museum wird dazu auch ein Buch herausgeben.

Stadtrat unterstützt den Anlass

Im bisher achtköpfigen Patronatskommitee sind unter anderen Schauspieler Richard Gere, Theologe Hans Küng, Nobelpreisträger Richard Ernst, Nationalrat Mario Fehr, Unternehmer und Kultursponsor Andreas Reinhard und Stadträtin Esther Maurer. Die Sympathien für den Dalai Lama sind rundum gross. «Alle, die wir anfragten, waren sehr kulant», sagt Mitorga- nisatorin Roxana Urbini.

Auch bei der Stadt. Laut Auskunft von Stabschef Marc Baumann hat der Stadtrat beschlossen, die Veranstalung ideell und mit Sachleistungen zu unterstützen. Unter anderem wird Ralph Kühne, Sekretär des Präsidialdepartements und Mitglied im Organisationskomitee des Züri-Fäscht, als Lotse beratend zur Seite stehen. Auch wird die Stadt den Kontakt zu den

Sponsoren City- und Hoteliervereinigung sowie zu Zürich Tourismus herstellen. Offiziell will die Stadt nicht im Patronatskommittee vertreten sein, da es sich um einen religiösen Anlass handelt. Dennoch wird sie sich voraussichtlich auch finanziell beteiligen, möglicherweise im Rahmen von parallel organisierten kulturellen Veranstaltungen, beispielsweise einer Ausstellung im Stadthaus oder im Museum Rietberg.

Der Dalai Lama wird ausserdem vom Stadtrat ins Muraltengut eingeladen. Letztmals war er im Mai 2001 in Zürich, wo er offiziell vom Regierungsrat empfangen worden war.

Das Zürcher Teaching beinhaltet die Bodhisattvacharyavatara von Shantideva und die Stufen der Meditation von Kamalashila. Dabei handelt es sich um eine Auslegung von zwei klassischen Schriften des Tibetischen Buddhismus, die zu den Lieblingstexten des Dalai Lama zählen. Er wird auf Tibetisch sprechen und dabei simultan übersetzt werden.

Bauverzögerungen wären fatal

Eine Webside ist in Vorbereitung, und Roxana Urbini hofft, dass man sich ab Herbst dieses Jahres per Internet wird anmelden können. Die guten Plätze werden bei der Reservation chronologisch vergeben. Wieviel die Teilnahme kostet, steht noch nicht genau fest, die Organisatoren schätzen den Eintritt für die gesamten zehn Tage auf 300 Euro pro Person (450 Franken). Mit dem Geld kann der Verein die laufenden Kosten decken, beispielsweise die Miete des Hallenstadions, Flyers und den Internetauftritt. Bis anhin leisteten alle Beteiligten sehr viel Gratisarbeit. Der Anlass soll keinen komerziellen Charakter haben, sondern selbsttragend funktionieren.

Einzige Zitterpartie wird die Renovation des Hallenstadiums sein. Plangemäss wird sie Ende Juli 2005, also wenige Tage vor dem Eintreffen des Dalai Lamas, abgeschlossen sein.

 

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