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21.12.2003 - "SARS: Verkehr in der TAR unter strengen Sicherheitsmaßnahmen wieder aufgenommen"

TIN News Update, 13. Mai 2003

Noch gibt es gewisse Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen, doch nach und nach kehrt der Verkehr auf die Straßen der Autonomen Region Tibet (TAR) zurück. Laut Berichten wurden allein 22 Sicherheitskontrollpunkte entlang der Autobahnen Qinghai-Tibet, Sichuan-Tibet und China-Nepal, den Hauptverkehrsadern, die auf dem Landweg in die TAR hinein und wieder heraus führen, errichtet. Weitere Kontrollpunkte wurden an Nebenstraßen eingerichtet.

Reisende berichteten, daß sie ungefähr alle 50 Kilometer an Kontrollpunkten angehalten wurden, die Passagiere mußten ihre Körpertemperatur messen lassen, die Fahrzeuge und die Ladung wurden mit Desinfektionssprays behandelt. Ähnliche Maßnahmen werden an den großen Einfallstraßen mehrerer Städte durchgeführt. Auf Lhasas Straßen sind auch wieder Lastwagen zu sehen, die für einige Tage aus Lhasa verbannt waren, allerdings in weit geringerer Anzahl als es für diese Jahreszeit normal ist, denn dann nimmt üblicherweise der Personen- und Güterverkehr erheblich zu.
Es ist auch der Beginn der Pilgersaison in Tibet. Ungeachtet der durch SARS verursachten Notsituation hat die Zahl der Tibeter, die sich dieses Jahr auf eine Pilgerfahrt begeben nicht abgenommen, obgleich ihre Reisen viel langsamer vonstatten zu gehen scheinen. An vielen Kontrollstationen können Pilger beobachtet werden, die die medizinischen Untersuchungen geduldig über sich ergehen lassen. Ungefähr 100 Kilometer nördlich von Lhasa, nahe des Namtso-Sees wurde ein Lager für die Pilger errichtet. Dieses Jahr ist der See für die Pilger ein Hauptziel, da er mit dem Saga Dawa-Fest (der Erinnerung an die Geburt, den Tod und die Erleuchtung Buddhas) verbunden ist, das im Juni stattfinden wird.

Auf dem Höhepunkt der SARS-Krise erklärten die Behörden in Lhasa, daß Inlandsflüge von dem nahe der Hauptstadt gelegenen Flughafen Gonkar ausgesetzt würden. Während diese Maßnahme wohl schließlich nicht durchgeführt wurde, hat hingegen die Zahl der ankommenden Passagiere erheblich abgenommen. Die Körpertemperatur der Inlandspassagiere wurde systematisch untersucht, wobei manuelle Infrarotthermometer verwendet wurden, die von der Zivilluftfahrtsbehörde bereitgestellt wurden. Dies Instrumente geben ein akustisches Signal von sich, wenn sie abnorme Körpertemperaturen feststellen. Jede Person, die einen solchen Alarm auslöste, wurde danach noch einmal mit einem konventionellen Thermometer gemessen.

Bis auf ein paar Rucksacktouristen haben die meisten Ausländer Lhasa verlassen. Die Grenzen sind für den Tourismus geschlossen und in einer offiziellen Erklärung hieß es, daß sie dies auch noch für mindestens einen Monat bleiben werden. Auch chinesische Touristen fehlen weitgehend.

Vom 1. bis zum 7. Mai inspizierte eine von der Zentralregierung (Staatsrat) geschickte Anti-Sars-Kontrollkommission verschiedene Krankenhäuser, Verkehrsknotenpunkte, medizinische Zentren und pharmazeutische Verkaufsstellen, sowie auch einige Wohngebiete in Lhasa Stadt und der Präfektur Lhoka. Die Kontrollkommission habe, so heißt es, unter den örtlichen Kadern für beträchtliche Aufregung gesorgt. Bei den Behörden tragen die meisten Leute Schutzmasken.

Zhao Bingli, der Leiter der Kontrollkommission und stellvertretender Vorsitzender der staatlichen Bevölkerungs- und Familienplanungskommission, erklärte, daß das Parteikomitee und die Regierung Tibets beabsichtigten, “das SARS-Virus gar nicht erst nach Tibet hinein zu lassen”. Er räumte ein, daß auf Grund der mangelhaften medizinischen Infrastruktur der TAR mit ihren äußerst beschränkten medizinischen Ressourcen und ihrer geringen Versorgung mit medizinischem Personal und dessen relativ schlechter Ausbildung die Konsequenzen nicht auszudenken wären”, sollte die Epidemie auf Tibet übergreifen.

Bisher sind in der TAR keine Fälle von SARS bekannt geworden. Auch die anderen tibetischen Gebiete sind bis jetzt verschont geblieben. Es wurde von zwei angeblichen Fällen berichtet, der eine soll in einem Militärkrankenhaus aufgetreten sein und der andere an der Minoritäten-Universität, beide in Xining, der Hauptstadt der Provinz Qinghai (die bei den Tibetern traditionell Amdo heißt), aber beide wurden nicht bestätigt und werden folglich nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen.

 

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