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21.12.2003 - "Kalmükischer Präsident als Vermittler zwischen Dalai Lama und Beijing?"

Noch kürzlich hatte sich der Präsident der Kalmükischen Republik in Russland, Kalsan Ilyumzhinov, darüber beklagt, dass das russische Aussenministerium dem Dalai Lama auf Druck aus China ein Einreise-Visum verweigert hatte. Kurz darauf besuchte Präsident Ilyumzhinov auf Einladung der chinesischen Regierung selbst China und Tibet.

Offizielle Stellen in Russland, mit deren Einverständnis Ilyumzhinov diese Reise angetreten hatte, dementierten seine Rolle als Vermittler. Diese Rolle könne er nicht erfüllen, da er als Buddhist nicht unparteilich sei und die Tibet-Frage ohnehin eine „innerchinesische Angelegenheit“ darstelle. Allerdings machte der Sprecher des russischen Aussenministeriums eine Bemerkung, wonach Fortschritte in den Gesprächen zwischen dem Dalai Lama und der chinesischen Regierung „wünschenswert“ seien. Associate Press hingegen stellte Ilyumzhinov als „inoffiziellen Vermittler“ dar, der sich in Beijing auch mit Repräsentanten der chinesischen Regierung getroffen habe.
In der vergangenen Woche traf Ilyumzhinov den Dalai Lama während seines Japan-Besuches in Tokyo und beschrieb ihm seine Eindrücke der Tibet-Reise. Ilyumzhinov zitierte den Dalai Lama, dass dieser an Kontakten mit China „auf einer permanenten Basis“ interessiert sei und sowohl auf eine Fortsetzung der China-Besuche seiner Gesandten hoffe als auch auf eine Einladung an ihn selbst. Der Dalai Lama würde die territoriale Integrität und Unteilbarkeit Chinas nicht in Frage stellen und sei nach den Worten Ilyumzhinovs zuversichtlich, dass er in spätestens drei Jahren nach Tibet zurückkehren könne. Zuvor müssten aber noch Fragen bezüglich des massiven Zustroms von Chinesen nach Tibet und des Umweltschutzes geklärt werden.

Ilyumzhinov sagte der Presse in Tokyo, dass er dem Dalai Lama „objektive Informationen“ über die Situation in Tibet vermittelt habe. Diese Informationen bestanden nach seinen Worten aus dem folgenden: „Ich sagte ihm, dass die Religion vom Staat unterstützt wird, dass man in Tibet investiert. Es gibt dort bereits vier Flughäfen, und die Telekommunikation und Infrastruktur werden weiter entwickelt.“

GSTF, Dr. Uwe Meya
Quellen: Associate Press

 

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