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21.12.2005 - "Tibetische Bauern werden durch die Qinghai-Tibet-Eisenbahn vertrieben"
Radio Free Asia (RFA), Quelle: Word Tibet News, 11. Mai 2005 Dem Verlauf der vielgerühmten Qinghai-Tibet-Eisenbahn entlang legen tibetische Bauern gegen die Räumung ihrer Häuser und den geringen Betrag, der ihnen im Rahmen des 3,1 Mrd. Dollar teuren Projektes als Entschädigung angeboten wird, Einspruch ein. Ein Verwaltungsbeamter aus dem Kreis Toelung Dechen in der Nähe der Hauptstadt Lhasa bestätigte dem tibetischen Nachrichtendienst von RFA, daß es wegen der 1.142 km langen Eisenbahnstrecke, die Golmud in der westchinesischen Provinz Qinghai mit der entlegenen Himalaya-Region verbinden soll, zu Konflikten gekommen sei. “Die Situationen sind unterschiedlich, es gibt auch einige tibetische Bauern, deren Häuser in schlechtem Zustand sind oder deren Felder nicht unmittelbar dort liegen, wo der Schienenstrang verlegt wird, und die umziehen möchten, aber Entschädigung verlangen…. Andere, die ihr Bewässerungssystem beeinträchtigt sehen, wollen auch an einen anderen Ort ziehen und fordern Entschädigung”. Nichts hilft wirklich! “Und das nennen sie das große Entwicklungsprogramm für den Westen! Wir sind die Opfer dieser Entwicklung. Die Eisenbahn, die, wie die Chinesen uns erklären, der wichtigste Teil dieser Entwicklung ist, verläuft mitten durch mein Haus und meinen Acker”, sagte die Frau. Die Behörden hätten zwar versprochen, an anderer Stelle neue feste Häuser aus Ziegelsteinen für die Bauern zu bauen, aber nur wenige seien fertig gestellt worden. Der Bau hätte am 4. Mai beginnen sollen. Ein paar Chinesen Offizielle begrüßen das Projekt: “Unsere einzige Einnahmequelle ist das Ackerland. Diejenigen, die in Büros oder sonstwo arbeiten, haben ein regelmäßiges monatliches Einkommen, aber wir haben das nicht. Wenn uns nun unser Land für den Bau der Eisenbahn weggenommen wird, wovon sollen wir dann leben? Es heißt, sie würden uns mit 3.500 Yuan (422 US$) entschädigen und ein Darlehen von 50.000 Yuan (6.000 US$) geben, aber nichts steht Der chinesische Premier Wen Jiabao besuchte am 1. Mai, dem internationalen Tag der Arbeit, die Musterarbeiter an der Eisenbahntrasse. Diese Hochland-Eisenbahn wird von den offiziellen Medien als eine großartige technische Leistung und ein Pionierprojekt gefeiert, welches ein schnelleres wirtschaftliches Wachstum in der Region ermöglicht. Kritiker argumentieren jedoch, sie würde den Schutz, den ihre Isolation den Tibetern und ihrer Kultur bisher gewährt habe, aufheben, die Zuwanderung von Han-Chinesen beschleunigen und außerdem Chinas Militärpräsenz in der Region konsolidieren… Die Eisenbahn soll am 1. Juli 2006 im Testbetrieb gestartet werden. Sie ist bereits bis Gulu, einer Ortschaft im Distrikt Nagchu in Nordtibet und der letzten Station vor Lhasa, vorgedrungen. Nach ihrer Fertigstellung 2007 wird sie Lhasa mit der Provinzhauptstadt von Qinghai, Xining, und anderen großen Städten Chinas verbinden. Übersetzung: Irina Raba, Adelheid Dönges, Angelika Mensching
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