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21.12.2005 -
""Public Talk" des Dalai Lama am 7. August 2005 in Zürich"
"Mitgefühl ist seinem Wesen nach friedvoll und sanft, aber gleichzeitig ist es sehr kraftvoll. Mitgefühl ist das Zeichen echter innerer Stärke. Wir brauchen uns nicht einer Religion oder Ideologie anzuschließen. Es genügt, wenn jeder von uns seine guten menschlichen Eigenschaften entwickelt."
Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama TibetsTages-Anzeiger 08.08.2005, Daniel Suter Die Heiterkeit trotzte dem Halsweh Mit dem eigenen Husten machte der Dalai Lama am Sonntag seinen Vortrag anschaulich. Nachdem sich der Dalai Lama das Mikrofon angesteckt hatte, kam als Erstes ein kräftiges Räuspern und Krächzen aus den Lautsprechern. Der Redner warnte die rund 10 000 Zuhörenden vor zu hohen Erwartungen an seinen Vortrag. Wer meine, der Dalai Lama habe Heil- oder Wunderkräfte, liege völlig falsch. «Wenn ich Heilkräfte hätte, dann hätte ich heute nicht einen so schlechten Hals.» Und schon war der belebende Funke der Heiterkeit aufs Publikum übergesprungen. Es lachte meistens in zwei Etappen: Zuerst jene – erstaunlich zahlreichen –, welche Seine Heiligkeit auf Tibetisch verstanden, dann der grosse Rest nach der deutschen Übersetzung des kompetenten Christof Spitz.
Der Flüchtling als Botschafter Wir Menschen seien alle im Grundsatz gleich, fuhr der Dalai Lama fort, und wir alle hätten das gleiche Recht auf Glück und Freiheit von Leid. Doch wir alle träfen im Leben auf Schwierigkeiten mit anderen Menschen, mit dem eigenen Körper – «Jetzt tut mir der Hals weh, und ich kann schlecht sprechen. Wenn ich nur daran denken würde, dann würde es auch auf meinen Geist übergreifen und ich verlöre meine Fröhlichkeit.» Darum sei, wo immer wir auf Schwierigkeiten träfen, die innere Einstellung besonders wichtig. «Viele Tibeter leben im Exil, wir haben unser Land verloren. Doch würden wir immer nur daran denken, hülfe es nicht viel. Wir sind Flüchtlinge – aber wir können in der Welt die Besonderheit der tibetischen Kultur bekannt machen.» Auch das Alter könne man bloss negativ sehen, den Verlust der Jugend und der Kraft, die Nähe zum Tod. «Aber man kann sich vor Augen führen, wie viel Lebenserfahrung und damit inneren Reichtum wir gewonnen haben.» Negative Emotionen engten die Urteilsfähigkeit ein, stattdessen sollte man versuchen, eine ruhige und weite Sicht auf die Dinge zu gewinnen. Und eine weite Sicht schliesse die Mitmenschen und letztlich die ganze Welt ein. Liebe und Mitgefühl seien positive, von der Natur in uns angelegte Werte. Das Kind lerne – lange vor jeder Religionserfahrung – von seiner Mutter, was Liebe ist. «Es ist falsch, zu denken, es gebe keine Hoffnung, und zu verzweifeln. Wir haben die wunderbare menschliche Intelligenz. Wir können innere Stärke aufbauen. Es gibt ein tibetisches Sprichwort: Wenn etwas neunmal auseinander fällt, setzt man es neunmal wieder zusammen.» Im Anschluss an seinen einstündigen freien Vortrag beantwortete der Dalai Lama einige schriftliche Fragen. Jemand beklagte sich, dass er seinen Freunden immer nur gebe und nichts dafür zurückbekomme. «Selber schuld!», sagte der Dalai Lama unter dem nicht nur mitfühlenden Lachen des Publikums. «Wahre Hilfsbereitschaft zeigt sich darin, dass man gibt, ohne Belohnung zu erwarten. Alles andere ist nur ein Geschäft.» Verantwortlich für die Durchführung und Organisation waren: - Tibeter Gemeinschaft Schweiz&Liechtenstein (TGS&L) - Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE) - Tibetische Frauenorganisation Schweiz (TFOS) - Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) Für weitere Informationen: Hr. Tenzin D. Sewo, Medienkontakt Tibet Bureau Genf +41 79 349 24 48, tenzin@sewo.ch
Antworten: 2 Kommentare
Liebe Morgan Als mitfühlende Frau und Mutter bitte ich Dich Dein Burn-out-Syndrom ernst zu nehmen und dagegen was zu unternehmen. Nur dann kannst Du wirklich für Deine Familie und Andere da sein... Was immer Du brauchst, wird Dir gegeben werden. Regina
Aufgegeben von Regina Yee @ 14.08.2005 11:39 AM MEZ
Sehr geehrte Mönche, ich bin eine Mutter von 6 Kindern, von Beruf bin ich Psychologin, helfe vielen Menschen. Ich befasse mich schon sehr, sehr lange mit dem Tibetischen Buddhismus, verehre ihre Heiligkeit seit vielen Jahren, leider war es mir bisher unmöglich einmal in meinem Leben das Glück zu haben ihn auch persönlich sehen zu können. Im Moment befinde ich mich in der grössten Krise meines Lebens, arbeite und helfen schon viele Jahre trotz Burn-out Syndrom immer weiter. Nun bin ich mit 45 Jahren nochmals schwanger geworden, was mich zuerst sehr sehr erschreckt hatte, ich wäre aber niemals in der Lage dem Baby dass sich meinen Körper als Tempel zu wachsen ausgesucht hat, unsere Familie zu seiner machen möchte, dies zu verwehren. Ich bin wirklich völlig am Ende, mein grösster Wunsch wäre, wenn ich ihre Heiligkeit nur 3 Minuten sehen könnte, er mir seinen Segen schenken würde, damit ich weiterhin die Kraft habe auf dieser Welt zu bleiben, meiner Familie und dem heranwachsenden Baby eine gute Mutter sein zu können. Mir ist sehr bewusst, dass das wahrscheinlich nicht möglich sein wird, meine Bitte sicher unverschämt ist, doch konnte ich einfach nicht anders, handelte aus purer Verzweiflung. Indem ich ihnen für die mir gewidmete Zeit danke und mich dafür auch entschuldige verneige ich mich tief vor ihrem unerschütterlichen Glauben, ihrer Geschichte und ihrem friedlichen Kampf um ihr Land, das mir, obwohl ich noch nie das Glück hatte, es persönlich kennen lernen zu dürfen, es auch nie besuchen werden können, aus gesundheitlichen Gründen sehr sehr nahe steht, ich auch in meinen Meditationen es immer wieder mit einbeziehe. Möge der Frieden und das Glück immer über euch stehen. Mit demütigen Grüssen Morgan Loos
Aufgegeben von Morgan Loos @ 03.08.2005 01:50 PM MEZ
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