|
|
tibetfocus
Links
Archiv
|
21.12.2005 - "Wirtschaftswachstum und soziale Ausgrenzung in Tibet: Die Kehrseite des Wirtschaftsbooms"
www.tibetjustice.org, Carole Samdup Wirtschaftskampagne der GSTF http://www.tibetfocus.com/petition/petition.html Fortsetzung des Artikels von Carol Samdup Fischer gelingt es, die Tibet betreffenden Daten in den chinesischen Statistiken zu isolieren, nicht etwa, weil die Statistiken nach ethnischen Gesichtspunkten aufgeschlüsselt wären, sondern weil er Rückschlüsse aus drei grundlegenden Tatsachen zieht: 90% der Bevölkerung in der Autonomen Region Seitdem er die bahnbrechende Abhandlung “Poverty by Design: the Economics of Discrimination” (Canada Tibet Committee, 2002) geschrieben hat, vertritt Fischer die Meinung, daß die Entwicklungspolitik, die China in seinen westlichen Regionen betreibt, ihrem Wesen nach eine Politik des Ausschlusses vom Wirtschaftswachstum ist. Zu diesem Schluß kommt er vermittels einer sorgfältigen Auswertung statistischer Daten, die ausschließlich aus chinesischen Quellen stammen und die er anhand von Diagrammen und Grafiken analysiert. Fischers Schlußfolgerungen werden durch persönliche Erfahrungen in Tibet untermauert, etwa durch seine ausgedehnten Interviews mit Bauern, Seitdem er die bahnbrechende Abhandlung “Poverty by Design: the Economics of Discrimination” (Canada Tibet Committee, 2002) geschrieben hat, vertritt Fischer die Meinung, daß die Entwicklungspolitik, die China in seinen westlichen Regionen betreibt, ihrem Wesen nach eine Politik des Ausschlusses vom Wirtschaftswachstum ist. Zu diesem Schluß kommt er vermittels einer sorgfältigen Auswertung statistischer Daten, die ausschließlich aus chinesischen Quellen stammen und die er anhand von Diagrammen und Grafiken analysiert. Fischers Schlußfolgerungen werden durch persönliche Erfahrungen in Tibet untermauert, etwa durch seine ausgedehnten Interviews mit Bauern, Nomaden, städtischen Unternehmern, Regierungsbediensteten, Lehrern, Schülern und Studenten wie auch mit Repräsentanten internationaler, in Tibet tätiger NGOs. Fischer stellte fest, daß Strategien, die sonst zur Förderung lokaler Beteiligung und Eigentumsbildung im Rahmen des Entwicklungsprozesses in China Verwendung finden, in Tibet komplett ignoriert werden. Zur Verdeutlichung verweist er auf die übermächtige Rolle des Staates in der tibetischen Wirtschaft. Des weiteren erklärt er, auf welche Weise Subventionen eingesetzt werden, um den städtischen Zentren, in denen sich fast alle chinesischen Migranten niederlassen, Vorteile zu verschaffen, was auf Kosten sowohl der ortsansässigen wie der vom Land zugewanderten Tibeter geschieht. Fischer zeigt auf, daß die Einkommen in den ländlichen Gebieten sinken und die von der WTO geforderten Reformmaßnahmen zum Nachteil der tibetischen Bauern manipuliert werden, obwohl diese kaum Berufschancen außerhalb der Landwirtschaft haben. Seine Datensammlung enthüllt, daß in Tibet viel weniger an sozialen Leistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung als im übrigen China zur Verfügung gestellt wird, obwohl die Einkommen sinken und der Staat eine übermächtige Rolle in der tibetischen Wirtschaft einnimmt. Seine Feststellung, daß die Armut unter den Tibetern in der Tat “eine der dem Modernisierungsprozeß in den tibetischen Gebieten inhärenten Dynamik geschuldete” ist, hängt eng mit der Feststellung zusammen, daß “der Staat im wesentlichen über den Entwicklungsprozeß entscheidet”. Da in diesem Obwohl Vorschläge für alternative Ansätze präziser formuliert hätten sein können (und er Leser hofft, daß dies das Thema von Fischers nächstem Buch sein wird), bietet Fischer eine ganze Reihe von Empfehlungen für die Unterstützung der tibetischen Interessen im Rahmen der Entwicklungshilfe an. Erstens schlägt er eine massive Ausweitung der sozialen Dienste vor, und zwar in erster Linie im Bildungs- und Gesundheitssektor, um die großangelegten Infrastrukturprojekte als Motor des subventionierten Wachstums zu ersetzen. Zweitens fordert er die “Tibetisierung” der Entwicklung in den tibetischen Gebieten. Dies würde bedeuten, die Tibeter nicht nur auf der Ebene von Einzelprojekten zu Dieses Buch ist eine äußerst wertvolle Fundgrube für Personen, die Einfluß auf die Entwicklungspolitik in Tibet ausüben und eine tatsächliche Autonomie für das Land wünschen. Obwohl es in einem für die allgemeine Leserschaft leicht verständlichen Stil gehalten ist, ist das Buch in seiner Methodik streng. Carole Samdup ist leitende Mitarbeiterin von Rights and Democracy in Montreal und Gründungsmitglied des Canada Tibet Committee, e-mail Adresse: csamdup@ichrdd.ca. Übersetzung: Irina Raba, Adelheid Dönges, Angelika Mensching
|
|
|
|
|
Seitenanfang | ||