tibetfocus
Home

Links
Dalai Lama
Tibetische Exilregierung
Tibetan Solidarity Committee
The Tibet Bureau, Genf
TIN, tibetinfo.net
Voice of Tibet
Lamtoen

Archiv
December 2008
November 2008
October 2008
September 2008
August 2008
July 2008
June 2008
May 2008
April 2008
March 2008
February 2008
January 2008
December 2007
November 2007
October 2007
September 2007
August 2007
July 2007
June 2007
May 2007
April 2007
March 2007
February 2007
January 2007
December 2006
November 2006
October 2006
September 2006
August 2006
July 2006
June 2006
May 2006
March 2006
February 2006
January 2006
December 2005
November 2005
October 2005
September 2005
August 2005
July 2005
June 2005
May 2005
April 2005
March 2005
February 2005
January 2005
December 2004
November 2004
October 2004
September 2004
August 2004
July 2004
June 2004
May 2004
April 2004
March 2004
February 2004
January 2004
December 2003
November 2003
October 2003
September 2003
August 2003
July 2003
June 2003
May 2003
April 2003
March 2003
February 2003
January 2003
December 2002
November 2002
October 2002
September 2002
August 2002
July 2002
June 2002
May 2002
April 2002
March 2002
February 2002
January 2002
December 2001
November 2001
October 2001

Powered By Greymatter

[Hauptseite]

21.12.2005 - "Umstrittener Vortrag des Dalai Lama an Neurologie-Tagung"

Der Dalai Lama soll einen Gastvortrag auf einer Neurologen-Tagung halten - und hunderte Forscher sind entsetzt. Ein Nicht-Wissenschaftler dürfe so etwas nicht, meinen sie - auch nicht, wenn er das religiöse Oberhaupt der Tibeter und Friedensnobelpreisträger ist.

Presseberichte und Zusatzinformationen von Dr. Uwe Meya, Vorstandsmitglied der GSTF

Spiegel on-line, 20.10.05:
Eklat um Vortrag des Dalai Lama
Washington - Unter den US-Neurologen ist ein heftiger Streit über einen geplanten Gastvortrag des Dalai Lama entbrannt. Es könne nicht angehen, dass ein Nicht-Wissenschftler vor einer Gruppe von Wissenschaftlern über Forschungsergebnisse referiere, sagte die US-Neurobiologin Nancy Hayes.

Der Dalai Lama soll beim Jahreskongress der amerikanischen Society for Neuroscience im November unter dem Titel "Meditationsneurologie" über positive Auswirkungen des Meditierens sprechen. Hintergrund sind Studien von US-Forschern, nach denen intensives Meditieren, wie es etwa buddhistische Mönche praktizieren, positive Emotionen auslösen können.

Wenn der Dalai Lama auf dem Kongress spreche, komme dies einem Qualitätssiegel für seine Thesen gleich, argumentierte Hayes. Der Verband müsse zunächst überprüfen, ob die Ansichten des Dalai Lama eine "solide wissenschaftliche Basis" hätten.

Die Gegner des Gastvortrags haben eine eingerichtet, um Stimmen für ihre Sache zu sammeln. Am frühen Donnerstagnachmittag waren dort bereits über 900 digitale Unterschriften verzeichnet. "Es ist für Neurowissenschaftler ironisch, einem religiösen Führer, dessen Legitimation auf Reinkarnation beruht, ein Forum und damit implizit Unterstützung zu gewähren", heißt es in der Petition. Die Reinkarnation sei eine "Doktrin, die dem Fundament der Neurowissenschaft entgegensteht". Der Dalai Lama betone explizit die Trennung von Körper und Geist, da dies für seine Legitimation als religiöser und politischer Führer von zentraler Bedeutung sei.

Dass die Reaktion auf den geplanten Gastvortrag derart heftig ausfällt, dürfte auch an der derzeit in den USA tobenden Debatte um "Intelligent Design" und die Rolle Gottes bei der Entstehung der Arten liegen. US-Wissenschaftler sehen eine wachsende Gefahr in der Strategie der Kreationisten, ihre Form der Schöpfungslehre als alternatives wissenschaftliches Modell zu Darwins Evolutionstheorie zu etablieren.

Befürworter des geplanten Dalai-Lama-Vortrags sammelten indes ihrerseits Unterschriften. "Eine freie Diskussion über die Meditationsphysiologie könnte zu neuen Forschungsstrategien über den menschlichen Geist führen", sagte die Neurologin Henriette van Praag vom Salk-Institut in Kalifornien.



Zusatzinformationen von Dr. Uwe Meya, Vorstandsmitglied der GSTF:

Der erwähnte Neurologen-Kongress in Washington ist nicht "irgendein" Kongress, sondern für mein Fachgebiet - Neurowissenschaften - schlicht das "Highlight" des Jahres. Hier werden die letzten, "heissesten" Forschungsresultate publiziert und die meisten Deals in der Industrie angebahnt. Der Kongress hat die - schier unglaubliche - Zahl von über 10'000 Teilnehmern, Tendenz steigend, und er ist damit das grösste Event in diesem Bereich. Man findet sich nur durch, wenn man vorab mit militärischer Disziplin eine Agenda machte und Treffen vereinbart. Ansonsten geht man in dem Dschungel unter. Firmen wie wir setzen eine Gruppe von Teilnehmern darauf an, gezielt und in gegenseitiger Absprache Vorträge oder Poster-Präsentationen zu besuchen, um wirklich die relevanten neuen Dinge komplett zu erfassen. Anders als mit einer Armada von "Firmenscouts" ist die Masse an Publikationen überhaupt nicht zu verdauen.

Die Opposition, die sich rührt, besteht zur Zeit aus über 500 Petenten (von über 10'000 Teilnehmern), und die Namen auf der schriftlichen Stellungnahme, die zur Absage des Vortrages des Dalai Lama aufrufen, zeigen eine auffallend hohe Proportion von chinesischen Namen. Wortführer sind zahlreiche in den USA tätige (ex-) chinesische Wissenschaftler. Offiziell lautet ihre Begründung, dass die vorzustellenden Forschungsresultate, die Effekte von Meditation auf die Hirnfunktion zeigen sollen, wissenschaftlich noch nicht "ausgereift" und manche der Studien methodologisch fragwürdig seien. Die andere Seite, die zur Beibehaltung des Vortrages im Programm aufruft, weist darauf hin, dass bahnbrechende Forschung immer so begann wie diese.

Tibet-Info vom 12. August 2005:

Widerstand gegen Referat des Dalai Lama an einem wissenschaftlichen Kongress:
Seit langem versucht die VR China, dem Dalai Lama oder anderen Tibetern jede Möglichkeit zu öffentlichen Auftritten zu entziehen. Gehört es schon zum Ritual, dass der Dalai Lama nicht von Politikern empfangen werden darf, so protestierte Bejing auch gegen die Teilnahme der "Miss Tibet" an einem Schönheitwettbewerb in Zimbabwe [vergl. Tibet-Information vom 25. Februar 2005;UM] oder drohte es mit Sanktionen gegen den Crevetten-Import gegen Grönland, als ein inoffizielles Fussball-Länderspiel Grönland gegen Tibet in Kopenhagen durchgeführt wurde [vergl. Tibet-Information vom 7. Mai 2001; UM]. Nun erreicht diese Kampagne offenbar auch die wissenschaftliche Welt. Die Zeitschrift "Nature", eines der zwei weltweit renommiertesten wissenschaftlichen Journale, meldet Protest gegen die Teilnamhe des Dalai Lama am Jahreskongress der ebenfalls sehr renommierten amerikanischen Fachgesellschaft "Society of Neuroscience" im November d.J. Der Dalai Lama sollte dort aus seiner Sicht Stellung nehmen zu den den in "Nature" veröffentlichten Resultaten des US-Wissenschaftlers Richard Davidson über die Veränderungen, die tiefe Meditation in der elektrischen Aktivität des Gehirns erzeugen kann. Seit langem fördert der Dalai Lama wisschenschaftliche Untersuchungen, ob es nachweisbare physiologische Korrelate dafür gibt, wie Meditation die Funktion des Gehirns verändern und Wohlbefinden erzeugen kann. Die "Nature"-Publikation war die erste ihrer Art und erregte weltweit grosses Aufsehen. Etwa 50 Mitglieder der "Society of Neuroscience", die meisten von ihnen mit chinesischen Namen, protestieren gegen das Referat des Dalai Lama und drohten damit, nicht am Jahrestreffen teilzunehmen und ihre eigenen Vorträge zurückzuziehen. Sie betonen rein wissenschaftliche Gründe für ihren Protest. Einer von ihnen nannte die Forschung über Meditation ein Gebiet mit "hyperbolen Ansprüchen" und "begrenzter wissenschaftlicher Sorgfalt". Die Veranstalter wollen an der Einladung des Dalai Lama festhalten. Die Veranstaltung der "Society of Neuroscience" ist die zweite in der Serie "Neurowissenschaft und Gesellschaft".

Antworten: 3 Kommentare

Sollte es auch nicht politisch motivierte Gegener des Dalai Lama unter den Wissenschaftlern haben, würde uns das sehr nachdenklich machen müssen. Forscher, welche die Bedingung stellen, dass ausschliesslich Denklinien akzeptalbel im Dialog, interessant und nützlich seien, welche auf vertrauten Axiomen basieren, sind für mich keine ernst zu nehmenden Fachleute.

Aufgegeben von Regula Christina Flückiger @ 09.11.2005 11:41 PM MEZ


Warum nicht?? Habt ihr wohl Angst davor??
Habt ihr etwa Angst vor den Chinesen?? Wer Angst hat vor ihnen, der hat selbst etwas zu verbergen.Ich meine dass der Dalai Lama sehr wohl eine Rede vor euch halten soll. Auch der Forschung schaden andere Ansichten und Lehrmeinungen nichts. Wenn diese Veranstaltung schon ein Highligt darstellen soll so macht eines daraus und gebt dazu dem Dalai Lama das Wort.

Aufgegeben von A.Beetschen @ 05.11.2005 03:56 PM MEZ


Die Forschung, die der Dalai Lama anregt, ist unabhängig von seinem religiösen Hintergrund zu sehen und sehr wichtig. Da durch diese Erkenntnisse ggf. áuch andere, denn medikamentöseTherapien bei z.B. psychischen Störungen oder einfach nur negativen, belastenden, krankmachenden Emotionen gefunden werden können.Die Frage wieweit der Geist die Körperlichkeit ,sowie ihre Reaktionen beeinflusst/formt kann ist sehr wichtig für uns Menschen.

Aufgegeben von Roswitha Edel @ 31.10.2005 11:41 PM MEZ


 

ONLINE-SHOP
tibetfocus-Web-Shop

Partner Organisationen
Tibeter Gemeinschaft TGSL
VTJE
Tibetfreunde
Tibeter Familien Hilfe
Assoc. Ticino-Tibet

Sponsoren


 

Seitenanfang
 
Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF), Binzstrasse 15, 8045 Zürich
Tel. (044) 451 38 38 - Fax (044) 451 38 68 - email buero@gstf.org - PC 80-58056-6