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21.12.2006 - "Tibet-Information der GSTF vom 22. Mai 2006"

China beschuldigt den Dalai Lama, religiöse Unruhen anzustacheln.
Die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua nimmt einen kürzlichen Vorfall im Kloster Ganden, nahe Lhasa, zum Anlass, um den Dalai Lama der Anstachelung religiösen Unruhen zu bezichtigen. ...

Hochrangige KP-Mitglieder beschliessen härteres Vorgehen gegen „Separatisten“.
Vom 15. bis 16. Mai fand in Lhasa ein Treffen hochrangiger KP-Mitglieder der Autonomen Region Tibet (TAR) statt. ...
Vollständiger Text:

China beschuldigt den Dalai Lama, religiöse Unruhen anzustacheln

Die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua nimmt einen kürzlichen Vorfall im Kloster Ganden, nahe Lhasa, zum Anlass, um den Dalai Lama der Anstachelung religiösen Unruhen zu bezichtigen. Am 14. März waren 17 tibetische Mönche in einen Raum des Klosters eingedrungen und hatten eine Statue der Gottheit Dorje Shugden zerstört. Xinhua zitiert den Bürgermeister von Lhasa mit den Worten: „Dieser Vorfall ist keineswegs zufällig. Er wurde vom Dalai Lama provoziert, der ein Interesse daran hat, den Konflikt zwischen den Schulrichtungen des tibetischen Buddhismus zu schüren und die Einheit von Tibet zu sabotieren.“

Der Dalai Lama ruft seit vielen Jahren die tibetischen Buddhisten auf, sich von der potentiell schädlichen Gottheit abzuwenden. Die Frage, ob Dorje Shugden verehrt werden soll, spaltet seit vielen Jahren die tibetischen Buddhisten. Eine Minderheit bekennt sich weiter zur Verehrung. Die Auseinandersetzung hatte mitunter gewaltsame Züge angenommen, die vor einigen Jahren im Mord an einem tibetischen Mönch im Exil in Dharamsala endete. Auch wurde der Dalai Lama mehrmals bei Besuchen im Ausland von demonstrierenden Anhängern von Dorje Shugden belästigt.

Tibet-Experten merken an, dass China ein Interesse daran hat, diesen religiösen Konflikt zur Propaganda gegen den Dalai Lama auszunützen und daher den Anhängern von Dorje Shugden wohlwollend gegenüber steht. Nie wurde der Verdacht ganz ausgeräumt, dass die Mörder des tibetischen Mönchs zumindest indirekt von China Unterstützung erhielten.

Hochrangige KP-Mitglieder beschliessen härteres Vorgehen gegen „Separatisten“

Vom 15. bis 16. Mai fand in Lhasa ein Treffen hochrangiger KP-Mitglieder der Autonomen Region Tibet (TAR) statt. Wie Xinhua, die offizielle Presseagentur der chinesischen Regierung berichtet, versammelte sich hierzu die gesamte Parteispitze der TAR, einschliesslich der in Peking lebendenn Mitglieder. Berichten zufolge ging es bei der Sitzung um ein noch härteres Vorgehen gegen tibetische Freiheitsaktivisten und die Intensivierung der "patriotischen Umerziehung" in den Klöstern. Zhang Qing Ling, der amtierende Parteisekretär der TAR und damit der höchste Funktionär in der Region, führte den Vorsitz bei der Sitzung und forderte ein noch "härteres Durchgreifen gegen die Aktivitäten von Separatisten".

Während des zweitägigen Treffens erläuterte Zhang Qing Ling die sechs Schritte, die das künftige Vorgehen gegen politische Aktivitäten in Tibet bestimmen werden:

Das "Harte Durchgreifen gegen Separatisten" und die Arbeit gegen die "separatistische Bewegung” werden intensiviert.
Die “Patriotischen Umerziehungskampagne” in den Klöstern wird intensiviert.
Gegen Personen, “welche die Sicherheit des Staates bedrohen”, wird hart durchgegriffen.
Die soziale Stabilität muss mehr gefördert werden denn je zuvor und in den ländlichen Gegenden Tibets sind “sozialistische Dörfer” aufzubauen.
Die Arbeit in den Basisorganisationen und den “Demokratischen Verwaltungs-Komitees” der Klöster muss verbessert werden.
Personen in leitenden Positionen sollen mehr Einsatz zeigen, der Kampf gegen die “Separatisten” muss in den Vordergrund gestellt und die Öffentlichkeitsarbeit über die Entwicklung in Tibet verbessert werden.

Quellen: BBC; Tibetan Center for Democracy and Human Rights (TCHRD) in adaptierter dt. Uebersetzung durch IGFM München

Für die GSTF: Uwe Meya

 

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