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21.12.2006 - "In Basel: Der tibetische Film "Dreaming Lhasa""

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{{link www.dreaminglhasa.com}}

Am Sonntag, 10. September 2006, läuft „Dreaming Lhasa“ in der Originalversion mit englischen Untertiteln jeweils um 12.30 Uhr im Kult-Kino „Camera“ in Basel als Sonntags-Matinée (Siehe auch Kinoprogramm in der Tagespresse).
An den Vorführungen in Zürich wurden dem Film vom Publikum sehr gute Noten erteilt: "Authentizität, berührend, hoffnungsvoll," waren einige Merkmale. Mit dem Film wurde Filmgeschichte geschrieben: Der erste richtige Kuss in einem Tibetischen Film!

Pressestimme:
Neue Zürcher Zeitung, 25.7.06
Die Schönheit der Lebenswirklichkeit: «Dreaming Lhasa» - ein erstaunlich «anderer» Filmblick auf Tibet
Die drei Hauptfiguren des ersten exiltibetischen Spielfilms versuchen herauszufinden, wer sie sind, wohin sie gehören. Aufgewachsen sind sie in verschiedenen Welten; was sie verbindet, ist ihre tibetische Abstammung...

Aufgewachsen sind sie in verschiedenen Welten; was sie verbindet, ist ihre tibetische Abstammung. Sie treffen sich zufällig in Nordindien und gehen nach einer gemeinsamen Recherche bald wieder auseinander. Der Gewinn aus ihrer Suche ist für alle drei ein Stück eigene Identität - über Brüche, Verletzungen, leidvolle Einblicke in persönliche und politische Affären -, und darin liegt eine Hoffnung.

Tibetische Identität im Exil
«Western girl!», rufen die Strassenkinder in Dharamsala der Amerika-Tibeterin Karma entgegen, die nach Indien gekommen ist, um ihren persönlichen Beitrag zur tibetischen Sache zu leisten. Dharamsala, ehemalige «Hill Station» von Britisch-Indien, dient seit über vierzig Jahren als Sitz der tibetischen Exilregierung und des Dalai Lamas - und als Fokus der über die Kontinente verstreuten tibetischen Exilgemeinschaft. Hier befragt Karma für ein Filmprojekt Flüchtlinge aus Tibet über ihre Erfahrungen in chinesischen Gefängnissen. Was sie zu hören bekommt, erschüttert sie. Ihr amerikanisches Leben hat Karma auf Zeit suspendiert. Ab und zu redet sie aus einer Telefonkabine mit ihrem Kind oder ihrem Partner in New York - und gerade glücklich sieht sie bei diesen Ferngesprächen nicht aus. Karma hat Tibet nie gesehen und bemerkt einmal, sie müsse «Lhasa träumen».

Der Rockmusiker Jigme, ein Secondo aus Dharamsala, hilft Karma beim Filmprojekt. Sein Ziel ist es, irgendwie an ein Amerika-Visum zu kommen, doch scheint er hin und her gerissen zwischen unkritischer Bewunderung für einen westlichen Lebensstil und seinem Engagement für Tibet. - Und dann ist da noch der etwas rätselhafte Dhondup, Ex-Mönch und ehemaliger politischer Gefangener aus Tibet, der im Auftrag seiner verstorbenen Mutter nach Indien kam. Er sucht einen alten Mann, der vor Jahren verschwand - und findet schliesslich mehr, als er sich träumen liess. Ironischerweise wird das begehrte Ticket nach Amerika schliesslich nicht Jigme angeboten, der sich so sehr darum bemüht, sondern Dhondup, der dankend ablehnt: In Tibet wartet seine schwangere Frau auf ihn. Er wird in sein besetztes Land zurückkehren.

Tibet ist ständig präsent in den Gesprächen und Herzen der Akteure - als Traum, Wunde, Hoffnung -, es bleibt aber unsichtbar. Auch die Brutalität der Besatzer wird nie ins Bild gebracht und zeichnet sich in den gefassten Gesichtern der berichtenden Zeugen kaum ab. Auf Bilder, die überwältigen, mythisieren oder auch verklären, wird konsequent verzichtet. Solche Tibetbilder sind Teil unserer Kinoerfahrung. Dagegen setzen die Autoren von «Dreaming Lhasa» bewusst eine Leerstelle und die unpathetische Beschreibung der Lebenswirklichkeit im Exil. Sie hat ihre eigene Schönheit und wirkt glaubwürdig. Kleine Szenen von dokumentarischer Aussagekraft verleihen der Erzählung Tiefe, doch alles wird mit leichter Hand skizziert, wie hingetupft. Ein unaufdringlicher, sorgfältiger Blick fällt auf die Exilszene von Dharamsala und streift auch die indische Umgebung. Da wird nicht beschönigt, nicht karikiert, da wird nach keiner Richtung hin übertrieben. Dieser sanfte Blick, der um Personen und Geschehnisse viel Raum lässt, berührt nachhaltig.

Finanzkräftige Sympathisanten
Die Schauspieler sind fast ausschliesslich Laien. So wird Jigme mit bemerkenswertem Talent von einem Rockmusiker der lokalen Band Exile Brothers gespielt; ein pensionierter Beamter der Exilregierung gibt einen ehemaligen Guerillakämpfer und eine Bankangestellte aus Washington die weibliche Hauptfigur mit ihrem amerikanischen Akzent. In ihrer natürlichen Zurückhaltung und Würde wirken alle Akteure authentisch.

Ritu Sarin und Tenzing Sonam, die Filmautoren, sind ein Ehepaar. Als Tibeter der zweiten Generation sind sie in Indien geboren und aufgewachsen, haben auch im Westen und ausserdem mehrere Jahre in Dharamsala gelebt. Fünf Jahre haben sie sich auf ihren ersten Spielfilm vorbereitet. Eingeflossen ist nicht nur ihre Vertrautheit mit den Schauplätzen und der Thematik, sondern auch die Professionalität und die eigene Handschrift, die sich beide Filmschaffenden in einer Anzahl vorzüglicher Dokumentarfilme zu vorwiegend tibetischen Themen erarbeitet haben. (Ihr bisher bekanntester Film, «Die Reinkarnation des Khensur Rinpoche» von 1991, lief vor Jahren erfolgreich in Zürcher Kinos.) «Dreaming Lhasa» wurde von Richard Gere und Jeremy Thomas produziert. Gäbe es diese finanzkräftigen Sympathisanten der tibetischen Sache nicht, müsste man wohl noch eine Weile auf den ersten Spielfilm warten, der dem fremdbestimmten Tibetbild eine eigene, auf angenehme Weise nachdenkliche Sicht gegenüberstellt. Der englisch und tibetisch gesprochene Film ohne deutsche Untertitel fand auf diversen internationalen Filmfestivals Anerkennung, wurde aber auch schon, wie man anlässlich der Zürcher Premiere in Erfahrung bringen konnte, auf massiven chinesischen Druck hin kurzfristig aus dem Festivalprogramm genommen. (Kino Arthouse Movie in Zürich)

Cornelia Vogelsanger

 

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