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21.12.2006 - "Pannen bei der höchsten Eisenbahn der Welt" Die Presse, 31.8.06, JUTTA LIETSCH Technische Schwierigkeiten und ein toter Tourist: Dennoch herrscht in China ein Tibet-Boom. PEKING. Seit zwei Monaten schnauft die neue Tibet-Eisenbahn nun schon aufs Dach der Welt. Am Dienstagnachmittag blieb aber ein Speisewagen der Bahn ganz einfach in einem Bahnhof zurück. Mehr als 4000 Zugreisende in sechs folgenden Zügen entlang der Strecke hatten Verspätung. Offenbar war der Speisewagen in der Nähe des Tsona-See entgleist, ausgelöst durch falsch gestellte Weichen oder Signale. Niemand wurde verletzt. Die Bahn war von der 30-Millionen-Metropole Chongqing am Yangtse aus gestartet. Der 1142 Kilometer lange Abschnitt zwischen der Stadt Golmud und Lhasa, der am 1. Juli eingeweiht worden war, führt größtenteils über eine Trasse in einer Höhe von mehr als 4000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Waggons werden zwar künstlich mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. Dennoch starb vor wenigen Tagen ein Hongkonger Tourist im Zug nach einem Kreislaufkollaps. Der 75-Jährige war auf dem Rückweg aus Lhasa, wo er nach Hongkonger Medienberichten bereits wegen Herzproblemen behandelt worden war. Die Ärzte hatten ihm zwar vor einer Weiterfahrt abgeraten, der Mann bestand aber darauf. Seit ihrer Jungfernfahrt hat die "Himmelsbahn" insgesamt bereits über 270.000 Passagiere befördert. Die Regierung plant nun, die Strecke bis an die Grenze nach Nepal zu verlängern. Weitere Trassen sollen über die zweitgrößte tibetische Stadt Xigatse an die indische Grenze und in den osttibetischen Ort Nyingchi geführt werden. Laut dem Vorsitzenden der Autonomen Region Tibet, Qiangba Puncog, solle der geplante Anschluss den wirtschaftlichen Austausch fördern. Als beschlossene Sache gilt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre die Eisenbahn weitere 270 Kilometer bis zur zweitgrößten Stadt auf dem Dach der Welt, Shigatse, verlängert wird. Inzwischen herrscht in China ein Tibet-Boom: Günstige Ticketpreise ab 39 Euro für die knapp 48-stündige Fahrt von Peking nach Lhasa macht einen Kurztrip für viele Chinesen auf einmal erschwinglich. Während die Bahn als technisches Meisterwerk gefeiert wird, bereitet sie ihren Erbauern nicht geringe Kopfschmerzen: Der in großer Höhe gegossene Beton der Brücken und Trassen zeigt schon jetzt Risse. Zudem macht der empfindliche Permafrostboden, über den die Schienen auf 550 Kilometern führen, Probleme. Die vielen schweren Züge lassen die Fundamente Absinken. Die Regierung in Peking feiert den Bahn-Tourismus als Chance und Einkommensquelle für Tibet. Fachleute in Lhasa warnen allerdings davor, dass die Klöster und Sehenswürdigkeiten wie der Potala-Palast den Besucheransturm nicht verkraften können. Antworten: 2 Kommentare
suche Fachreisebüro für diese Reise Aufgegeben von werner @ 05.10.2006 04:05 PM MEZ Gibt es eine Möglichkeit mit jemanden in Kontackt zu kommen der die Bahn schon gesehen hat? Ich bräucht nämlich informationen für meine Fachbereichsarbeit Aufgegeben von Iris rainer @ 17.09.2006 02:50 PM MEZ
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