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21.12.2006 - "Tibet-Info der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft vom 21. Dezember 2006" China begrenzt Zahl der Mt. Everest – Expeditionen für 2007 Die Zahl ausländischer Everest-Expeditionen für das Frühjahr 2007 wird laut der China Tibet Mountaineering Association (CTMA) deutlich eingeschränkt. Die Everest-Besteigung von der tibetischen Seite war bisher bei Bergsteigern wegen niedrigerer Gebühren verglichen mit Nepal recht beliebt. Als Grund gab CTMA an, dass im Frühjahr eine Probe für den olympischen Fackellauf im Jahre 2008 stattfinden soll. Dieser sieht als spektakulären Höhepunkt vor, dass das Olympische Feuer auf den Gipfel des Mt. Everest getragen wird. Ein Lauf dieser Art fand schon im Jahre 1999 anlässlich einer Sportveranstaltung in Beijing statt; das Feuer wurde in der dünnen Höhenluft durch eine tragbare Sauerstoff-Flasche genährt, und eine eingebaute Zündvorrichtung sorgte dafür, dass die eiskalten Höhenwinde die Flamme nicht löschten. Ausländische Beobachter glauben eher, dass die Restriktionen mit dem für China extrem negativen Medienecho auf die tödlichen Schüsse auf eine Nonne am 30. September [vergl. Tibet-Informationen vom 13. Oktober, 20. Oktober und 6. November 2006; UM] zusammen hängen. Die International Campaign for Tibet erinnerte daran, dass Bergsteiger heutzutage mit Satelliten-Telefonen und Internet-Zugang ausgerüstet sind und damit beliebig Informationen nach aussen senden können, ohne dass China eingreifen kann. China sei sehr besorgt, dass in der sensitiven Zeit bis zur Olympiade weitere negative Meldungen aus dem tibetischen Grenzgebiet nach aussen dringen. China lockert Restriktionen für ausländische Journalisten – ausser in Tibet: Ab 1. Januar 2007 bis zum Ende der Olympiade in Bejing zum 17. Oktober 2008 lockert China die Restriktionen für die Berichterstattung ausländischer Journalisten. Bisher mussten diese eine Regierungsgenehmigung beantragen, wenn sie in China ausserhalb des Ortes ihrer Akkreditierung oder nur vom Platz des Himmlischen Friedens berichten wollten. Neu können sich Journalisten frei in China bewegen – ausser in Tibet und Xinjiang. Ab Januar benötigen Journalisten nur noch die Einwilligung der Personen, die sie interviewen wollen. Auf Anfrage von ABC erklärte das chinesische Aussenministerium, dass sich diese Lockerungen nicht nur auf Themen beziehen, die mit den Olympischen Spielen zusammenhängen, sondern auch auf Bereiche wie “Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Erziehung und andere Bereiche des Gastlandes” erstrecken. Diese Lockerung stellt eine Antwort auf die Kritik verschiedener Menschenrechtsgruppen dar [vergl. auch Tibet-Information vom 7. Oktober 2006; UM]. Das chinesische Aussenministerium betonte aber, dass es nach dem 17. Oktober 2008 wieder mit der Freiheit vorbei sei. Auch ist zu erwarten, dass es trotz erhöhter geografischer Bewegungsfreiheit für Journalisten seitens der chinesischen Regierung weiter genug Optionen zur inhaltlichen Zensur geben wird. ABC Australia interviewte dazu Professor Jerome Cohen in New York. Dieser ist ein anerkannter Experte von chinesischem Recht und spricht selbst Mandarin. Er begrüsst die Lockerungen mit vorsichtigem Optimismus, auch wenn er auf die temporäre Beschränkung hinweist. Er ist er nur verhalten optimistisch, ob die neuen Regeln überall befolgt werden: “Das Problem ist, dass China so riesig gross ist, die Bevölkerung so zahlreich, die Ausbildung so limitiert, lokale Interessen so vielfältig, und Sie haben im Hintergrund immer die chinesischen Traditionen – was sie “Guanxi” oder “persönliche Beziehungen” nennen – welche institutionelle Regeln jederzeit ausser Kraft setzen können.”
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