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21.12.2007 - "Tibet-Information der GSTF vom 28. März 2007"

Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft

Ehrgeizige neue Entwicklungspläne für Tibet

China kündigte an, in den nächsten drei Jahren umgerechnet 17 Milliarden Franken in insgesamt 180 Entwicklungsprojekte in Tibet zu investieren. Diese Summe ist wesentlich höher als...

Chinesischer Professor zweifelt an Begründung für Chinas Anspruch auf Tibet

Professor Ge Jianxiong, Direktor des Instituts für Chinesische Historische Geografie an der Fudan-Universität in Shanghai, erschüttert in einem Artikel die offizielle chinesische Sichtweise...

China fördert religiösen Zwist unter tibetischen Buddhisten

Am 22. Januar wurde unter grosser Anteilnahme von offiziellen Amtsträgern im Kloster Ganden – 60 km nördlich von Lhasa – eine Statue der Shugden-Gottheit eingeweiht....

Die alte Shugden-Statue in Ganden war vor einem Jahr von protestierenden Mönchen zerstört worden. Zwei als “Rädelsführer” verhaftete Mönche wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen ...

Vollständige Artikel

Ehrgeizige neue Entwicklungspläne für Tibet

China kündigte an, in den nächsten drei Jahren umgerechnet 17 Milliarden Franken in insgesamt 180 Entwicklungsprojekte in Tibet zu investieren. Diese Summe ist wesentlich höher als die durchschnittlichen Investitionen der vergangenen elf Jahre. Als „Paradeprojekt“ kündigte die Regierung die Erstellung des vierten Verkehrsflughafens in Tibet an, der in der westtibetischen Region Ngari gebaut werden soll. Nach offiziellen Angaben würde er mit 4300 Metern der höchst gelegene Flughafen der Welt sein. Ziel eines weiteren Projektes soll sein, dass bis 2010 80% aller Dörfer an befahrbare Strassen angeschlossen sind. Andere Projekte dienen laut offiziellen Angaben der Infrastruktur-Verbesserung wie Stromversorgung und Telekommunikation, aber auch der Erziehung und dem Umweltschutz.


Chinesischer Professor zweifelt an Begründung für Chinas Anspruch auf Tibet

Professor Ge Jianxiong, Direktor des Instituts für Chinesische Historische Geografie an der Fudan-Universität in Shanghai, erschüttert in einem Artikel die offizielle chinesische Sichtweise, dass Tibet spätestens seit dem 7. Jahrhundert “integraler Bestandteil Chinas” ist. Diese wird von Professor Ge als “Missachtung der Geschichte” kritisiert. Den Beginn einer chinesischen “Souveränität” über Tibet sieht Professor Ge erst seit der Ming-Dynastie (17. bis 20. Jahrhundert). Er weist auch darauf hin, dass bis zum Sturz der Ming-Dynastie mit der Gründung der “Republik China” im Jahr 1912 die Idee von “China” nicht konzeptualisiert worden sei. Selbst die Ming-Dynastie habe nur von den 18 “Inneren Provinzen” gesprochen, zu denen weder Tibet noch die Innere Mongolei oder Xinjiang gehörten. Sein Artikel schliesst mit der provokanten Feststellung: “Wenn China wirklich friedlich aufstreben und die Zukunft von einem sicheren Fundament angehen will, müssen wir die Lehren der Geschichte verstehen und von unseren Erfahrungen lernen.”


China fördert religiösen Zwist unter tibetischen Buddhisten

Am 22. Januar wurde unter grosser Anteilnahme von offiziellen Amtsträgern im Kloster Ganden – 60 km nördlich von Lhasa – eine Statue der Shugden-Gottheit eingeweiht. Der Dalai Lama hatte schon vor mehreren Jahren alle Buddhisten aufgerufen, diese Gottheit nicht anzubeten, da diese der Entwicklung Tibets abträglich sei. Die Shugden-Schule ist eine kleine, ultra-konservative Bewegung innerhalb des tibetischen Buddhismus, die sich offen gegen den Dalai Lama wendet und von China seit Jahren gefördert und instrumentalisiert wird. Sie stand vor mehreren Jahren im Verdacht, einen ihrer prominentesten Kritiker im Exil in Indien ermordert zu haben

Die alte Shugden-Statue in Ganden war vor einem Jahr von protestierenden Mönchen zerstört worden. Zwei als “Rädelsführer” verhaftete Mönche wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, und die übrigen Mönche wurden einer “Umerziehungskampagne” unterzogen. Hinter dieser Kampagne und den harten Strafen steht Chagra Lobsang Tenzin, Vizepräsident der Regierung der “Autonomen Region Tibet”, in Personalunion als Vizepräsident des “Büros für Ethnische und Religiöse Angelegenheiten” auch für die “Patriotische Umerziehungskampagne” in den Klöstern verantwortlich. Chagra Lobsang Tenzin ist selbst inkarnierter Lama und steht als Förderer der Shugden-Verehrung an vorderster Front. Ein zweiter Protagonist, der auch am 22. Januar anwesend war, ist der in Italien lebende Gangchen Lama, der die Shugden-Statue via Kathmandu – das sich zur bedeutenden Drehscheibe für die Shugden-Schule entwickelt – importiert haben soll.

Speziell diese beiden Personen könnte der kommunistische Veteran Phuntsog Wangyal in seinem Schreiben an Staats- und Parteichef Hu Jintao gemeint haben, als er Kader kritisierte, die „durch ihre Opposition gegen ‚Spalter’ zu Wohlstand kommen“. Der grosse Andrang an den Langlebens-Gebeten für den Dalai Lama am 14. März [beides vergl. Tibet-Information vom 23. März 2007; UM] ist möglicherweise auch als Protestaktion gegen die offiziell geförderte Shugden-Verehrung zu sehen.

Quellen: AFP; The Pioneer (Indien); TibetInfoNet

Für die GSTF von Dr. Uwe Meya

 

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