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21.12.2007 - "Protest in Tibet überschattet IOC-Treffen"

Lausitzer Rundschau, 25.4.07:
Verhaftungen am Mount Everest

Peking (dpa) - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will sich aus den politischen Kontroversen um die Olympischen Spiele 2008 in Peking heraushalten.

«Wir wollen nicht in irgendwelche politischen Fragen verwickelt werden», sagte der Chef der IOC-Koordinierungskommission, Hein Verbruggen, in Peking in einer Reaktion auf die Festnahme von vier Tibet-Aktivisten am Mount Everest und die Kritik an Chinas Haltung in Menschenrechtsfragen oder beim Flüchtlingsdrama in Darfur. Das IOC sei eine Sportorganisation. Verbruggen: «Wir sind nicht in der Lage, Regierungen Anweisungen zu geben, wie sie sich verhalten sollten.»

PRotest Everest (12k image)

Video Protest Everest

Fortsetzung:

Das Treffen der IOC-Exekutive in Peking war überschattet von der Aktion der vier tibetischen Unabhängigkeitsbefürworter am Mount Everest. Am Basislager hatten die Vier gegen den Plan protestiert, das Olympische Feuer beim Fackellauf durch Tibet und auf den höchsten Berg der Erde zu bringen. Sie beklagten, dass mit dem Fackellauf die «brutale Besetzung Tibets verschleiert» und Chinas Herrschaft über das größte Hochland der Erde anerkannt werde. Die Kommunisten hatten Tibet nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking der Volksrepublik eingegliedert. Die Aktivisten, die amerikanische Staatsbürger sind, enthüllten ein Banner: «Eine Welt, ein Traum, befreit Tibet 2008.»

Der Protest wirft ein Schlaglicht auf erwartete Proteste zu den Spielen. «Wir werden sicher mehr davon haben», sagte Verbruggen. «Das wissen wir.» IOC-Präsident Jacques Rogge verteidigte die Haltung des IOC gegenüber China: «Wir glauben, dass Olympische Spiele anhaltende, positive Auswirkungen auf Chinas Gesellschaft haben werden.» Er fügte hinzu: «Sie sind eine Kraft für das Gute.» Zur bisherigen Unterstützung Chinas für das Regime in Sudan, die Boykott-Aufrufe und Proteste unter anderem von Hollywood-Star Mia Farrow ausgelöst hatte, wollten sich weder Rogge noch Verbruggen direkt äußern.

«Offensichtlich möchte jeder eine schnelle Lösung solcher Konflikte sehen», sagte Verbruggen. Doch müssten sich die Vereinten Nationen darum kümmern. Verbruggen betonte, das IOC sei nur eine Sportorganisation, die in China die Olympischen Spiele organisiere. China hat inzwischen auf internationalen Druck den Weg für Friedenstruppen der Vereinten Nationen freigemacht und auf Sudans Machthaber eingewirkt. Diplomaten in Peking berichteten, dass die Verknüpfung der Sudan-Krise mit den Olympischen Spielen einen empfindlichen Nerv getroffen habe.

Die Exekutive des IOC war in Peking mit den Spitzen der olympischen Sportverbände zusammengekommen. Parallel dazu lief SportAccord, die größte internationale Messe, auf der sich unter anderem Städte und Regionen um Wettkämpfe sowie Unternehmen um Aufträge bewerben. Zu dem Treffen in Peking waren 1400 Teilnehmer und mehr als 30 IOC-Mitglieder angereist. Die Bewerber für die Winterspiele 2014, Salzburg, das südkoreanische Pyeongchang und das russische Sotschi, machten ihre letzte große Präsentation, bevor am 4. Juli in Guatemala die Entscheidung über den Austragungsort fällt.

Nach der Protestaktion in Tibet berichtete ein Sprecher der Organisation «Studenten für ein freies Tibet» der dpa in Peking telefonisch aus Nepal, das Schicksal der vier Festgenommenen sei ungeklärt. Die vier hätten zunächst mit Kurznachrichten über Handys berichtet, einzeln verhört worden zu sein, dann sei der Kontakt abgebrochen. Die US-Botschaft in Peking wollte sich nicht äußern.

 

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