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21.12.2007 - "Offene Worte des Dalai Lama zu Tibet - Scharfe Reaktion Chinas"
ARD Interview mit dem Dalai Lama 22.07.07 Kein Forum für den Dalai Lama ..."Es gibt keine religiöse Freiheit und es gibt Menschenrechtsverletzungen." Und nicht nur das: Scharf kritisierte er auch die chinesische Siedlungspolitik. "Bereits zwei Drittel aller Tibeter sind Chinesen." Die Reaktion kommt prompt und richtet sich vor allem gegen Deutschland. Am Freitag meldet sich das Außenministerium in Peking mit harscher Kritik am Empfang des Dalai Lama in der Bundesrepublik zu Wort. China fordert die Bundesregierung auf,"dem Dalai Lama keine Plattform für seine separatistischen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen", und warnt vor einem Schaden für die deutsch-chinesischen Beziehungen. Seit mehr als 55 Jahren kontrolliert China das "Dach der Welt". Nach dem chinesischen Einmarsch 1950 kam am 27. Mai 1951 auf Druck der chinesischen Regierung ein Abkommen zu Stande, bei dem Tibet Autonomie und freie Religionsausübung zugestanden wurde. Nachdem sich die Situation für die Tibeter in den folgenden Jahren immer weiter verschlechtert hatte, kam es 1959 zu heftigen Aufständen. Der 14. Dalai Lama floh ins Exil ins nordindische Dharamsala, wo das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter eine Exilregierung aufbaute und noch heute lebt. Wegen seines unermüdlichen Pochens auf die Autonomie Tibets unterstellt ihm Peking seither separatistische Tendenzen. Er gilt der chinesischen Führung als eine persona non grata. Länder, die ihm ein Forum bieten, werden scharf angegangen. Das bekommt nun auch Deutschland zu spüren. "Um die gesunde und stabile Entwicklung der chinesisch-deutschen Beziehung zu wahren", dürften keine Treffen deutscher Regierungsbeamten mit dem Dalai Lama arrangiert werden, fordert Peking. Der Dalai Lama war bereits drei Mal in Hamburg, stets "privat". Diesmal ist jedoch alles anders: Bürgermeister Ole von Beust (CDU) empfängt ihn wie einen Staatsgast. Aber wer am Rathaus die in China streng verbotene tibetische Flagge mit der gelben Sonne und den blau-roten Streifen sucht, findet sie nicht. Ein roter Teppich zu Ehren des Gastes ja, ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt ebenfalls -aber keine Anzeichen einer offiziellen Anerkennung der tibetischen Exilregierung. Das oberste Credo des Hamburger Senats lautet: Wir empfangen das religiöse Oberhaupt der Tibeter, nicht das politische. Mit dem Besuch des Dalai Lama ist keine politische Aussage verbunden. Im Spagat zwischen Würdigung des Dalai Lama und Rücksichtnahme auf den Handelspartner China - Shanghai ist Partnerstadt Hamburgs - findet von Beust aber auch klare Worte: "China ist ein wichtiger Partner. Aber wir lassen uns nicht vorschreiben, wen wir empfangen und wen nicht." Das Auswärtige Amt in Berlin reagiert ähnlich, wenn auch etwas diplomatischer: "Religiöse Würdenträger aus aller Welt sind in Deutschland willkommen." Chinas Intervention ist nur eine unter vielen, wenn es um den Dalai Lama und Tibet geht. Als etwa der Däne Michael Nybrandt 2001 ein "Länderspiel" zwischen Tibet und dem zu Dänemark gehörenden Grönland organisierte, sah Peking darin eine politische Provokation, weil es Tibet angeblich als unabhängig auswies. Um das Spiel zu verhindern, drohte China, den heimischen Markt für Grönlandkrabben zu schließen. Peking verzichtete dann doch darauf - wenig später stand die Vergabe der Olympischen Spiele 2008 an.
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