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21.12.2007 - "Tibet-Information der GSTF vom 29. November 2007"
Dalai Lama: Nachfolger könnte durch Wahl bestimmt werden Hohe Haftstrafen für Protest bei Reiterfestival in Lithang Dalai Lama: Nachfolger könnte durch Wahl bestimmt werden In einem Interview hat der Dalai Lama Absichten geschildert, möglicherweise seine Nachfolge nicht auf die traditionelle Weise zu regeln. Wenn sein Tod nahe, könnte zunächst ein Referendum unter tibetischen Buddhisten abgehalten werden, ob die Institution des Dalai Lama überhaupt fortbestehen soll. Wenn ja, gebe es verschiedene Optionen: eine demokratische Wahl, die Ernennung eines Nachfolgers durch ihn selbst noch zu seinen Lebzeiten, oder der traditionelle Weg einer Reinkarnation, aber ausserhalb des chinesischen Machtbereiches. Er begründete diese Gedanken damit, dass er sich sicher sei, dass China nach seinem Tode den Tibetern einen eigenen, regierungs- und parteikonformen Nachfolger vorsetzen werde. „Das tibetische Volk würde ihn aber nicht unterstützen, weil er im Herzen kein Tibeter ist“, sagte er weiter. Konkrete Pläne für die Regelung seiner Nachfolge seien aber noch nicht ausgearbeitet worden, teilte der Dalai Lama mit. Wenn sein Ende näher rücke, könnten die tibetischen Buddhisten in einem ersten Schritt in einem Referendum über die Institution des Dalai Lama entscheiden. „Wenn das tibetische Volk entscheidet, dass [diese] nicht mehr relevant ist, dann wird sie automatich aufhören zu existieren.“ Stimmberechtigt sollten alle tibetischen Buddhisten in der Himalaya-Region und der Mongolei sein. Nach Ausgang des Referendums gebe es dann die Option einer demokratischen Wahl durch die Tibeter, oder er könne auch selbst zu Lebzeiten seinen Nachfolger ernennen. Auch die Suche nach einer Wiedergeburt entsprechend der Tradition sei eine Option. „Der spezifische Zweck einer Wiedergeburt ist das Weiterarbeiten an Aufgaben, die während des vorangegangenen Lebens nicht abgeschlossen werden konnten. Wenn wir zum Zeitpunkt meines Todes noch immer als Flüchtlinge leben, dann ist es logisch, dass sich meine Wiedergeburt ausserhalb von Tibet ereignet, um mein Werk fortzusetzen“, sagte der Dalai Lama. Ausgerechnet die kommunistische Regierung von China, die noch kürzlich alle Inkarnationen einem bürokratischen Anerkennungsverfahren unterworfen hatte [vergl. Tibet-Information vom 7. August 2007; UM], protestierte prompt und beschuldigte den Dalai Lama eines „eklatenten Bruches religiöser Praktiken und historischer Vorgehensweisen.“
Hohe Haftstrafen für Protest bei Reiterfestival in Lithang Nach seinem aufsehenerregenden friedlichen Protest bei dem Reiterfestival in Lithang am 1.August [vergl. Tibet-Information vom 7. August und 22. September 2007; UM] ist der 52-jährige Nomade Rongye Adak, Vater von 11 Kindern, zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden. Die Strafe lautet auf 8 Jahre Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf vier Jahre wegen „Aufhetzung zur Spaltung des Staates und der Untergrabung der Einheit des Landes“ sowie der „schweren Störung der öffentlichen Ordnung“. Drei weitere Angeklagte wurden ebenfalls verurteilt. Adruk Lopoe, ein Neffe Rongye Adaks, erhielt zehn Jahre wegen „Verschwörung mit ausländischen separatistischen Kräften zur Spaltung des Landes und der Verteilung politischer Pamphlete“. Kunkhen (Jamyang Goinqen), ein Künstler, der am 22. August willkürlich und ohne Angabe von Gründen von Organen des Büros für Öffentliche Sicherheit (PSB) von Lithang festgenommen worden war, wurde wegen „spalterischer Aktivitäten“ zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Lothok, ein 36jähriger Nomade und Vater von fünf Kindern aus Lithang, erhielt eine Strafe von drei Jahren. Es gibt keine Information über den physischen Zustand dieser Männer, noch wohin sie nach Verkündung des Urteils gebracht wurden. Quellen: AFP; Associated Press; Tibetan Center for Human Rights and Democracy (TCHRD) Bearbeitet für die GSTF von Dr. Uwe Meya
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