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tibetfocus Archiv: June 2008

Monday, 30. June 2008

Sonntagsblatt, 29.6.08:
Der Asien-Experte Michael von Brück wirbt mit dem Modell Südtirol als Vorbild für eine Lösung des Tibet-Konflikts. »Ähnliches könnte für Tibet innerhalb eines föderal verwalteten chinesischen Staates umgesetzt werden«, sagte der Leiter des Fachbereichs Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München in einem epd-Interview. Brück, 1949 geboren, ist seit vielen Jahren im Dialog mit dem Dalai Lama. Mit dem evangelischen Theologen und Buddhismus-Experten sprach Stephan Cezanne.

Herr Professor von Brück, die Beziehungen Tibets zu China sind sehr alt. Bereits im 7. und 8. Jahrhundert spielte Tibet im Kräftespiel zwischen China und seinen Nachbarländern eine wichtige Rolle. Wie weit haben diese geschichtlichen Hintergründe noch heute eine Bedeutung?

Brück: Diese Hintergründe werden ideologisch als Argumentationshilfen benutzt, und zwar von beiden Seiten. Internationale Juristenkommissionen, die sich mit dem Konflikt beschäftigen, gehen zurück in die Jahrhunderte und versuchen Perioden sowohl der Unabhängigkeit Tibets als auch der engen Anlehnung Tibets an China zu finden. Meines Erachtens bringen solche historischen Rückblicke ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 04:41 PM MEZ [Link]

Kurier, 30.6.08
Zwei Abgesandte des Dalai Lama kommen am Dienstag und Mittwoch mit chinesischen Regierungsvertretern zusammen. Dies teilte der Ministerpräsident der tibetischen Exilregierung in Nordindien, Samdhong Rimpoche, mit. Die Gesandten würden heute, Montag, in Peking ankommen. Bei dem Treffen gehe es um die Fortsetzung eines formellen Dialogs, der bereits 2002 begonnen habe. Das letzte Treffen hatte am 4. Mai in der chinesischen Stadt Shenzhen stattgefunden. Die Führung in Peking hatte den Dalai Lama für die antichinesischen Proteste in der tibetischen Hauptstadt Lhasa im März verantwortlich gemacht.

Vorwürfe
Der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte vom tibetischen Exil-Oberhaupt und dessen Anhängern zuletzt mehr "Aufrichtigkeit" gefordert. Während seines jüngsten Staatsbesuches in Japan sagte Hu, die Gespräche in Shenzhen seien ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:37 AM MEZ [Link]

Sunday, 29. June 2008

Department of Information & International Relations - CTA, Dharamsala
Hier 1. Teil der Erwiderung
Druckversion 2. Teil als pdf

Chinesischer Nationalismus, ethnische Spannungen und die Olympischen Spiele
Die chinesische und die tibetische Sicht der ethnischen Spannungen

Die Tibeter sind außerordentlich besorgt darüber, daß die Behörden nun versuchen, die chinesische Bevölkerung gegen die Tibeter aufzubringen. China spielt ein gefährliches und verantwortungsloses Spiel, wenn es die Proteste in Tibet benutzt, um die ethnischen Spannungen anzuheizen. Der Kampf der Tibeter richtet sich gegen die verfehlte Politik aus Peking, nicht gegen die chinesische Nation als solche oder gegen die chinesische Kultur und auch nicht gegen das chinesische Volk. Die Tibeter wehren sich gegen eine Politik der totalen Assimilation an die chinesische Mehrheitsbevölkerung. Durch die jüngsten Proteste, die noch immer anhalten, wollen die Tibeter die Behörden dazu bewegen, Abstand von dieser Politik zu nehmen und statt dessen neue Rahmenbedingungen mit größeren Freiheiten für sie zu schaffen.

Am 28. März richtete S.H der Dalai Lama einen Appell an das chinesische Volk. Darin erklärte er. "Die jüngsten Unruhen zeigen deutlich, wie ernst die Lage in Tibet ist und wie dringend notwendig eine friedliche und für beide ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:20 AM MEZ [Link]

Saturday, 28. June 2008

Tibetisches Solidaritätskomitee, www.stoptibetcrisis.net, 26. Juni 2008

Von dem Zeitpunkt an, als die Olympische Fackel ihre diesjährige Reise um den Erdball antrat, haben Menschenrechtsaktivisten, Mediengruppen und Tibet-Unterstützer weltweit gegen die brutale, menschenverachtende Repressionspolitik der Chinesen protestiert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Regierung der VR China haben derartige Proteste als dem Geist der Olympiade abträglich bezeichnet mit der ausdrücklichen Begründung, daß Sport und Politik zwei verschiedene Dinge seien, die fein säuberlich getrennt werden sollten.

Diesen Ansprüchen zuwider handelt in Wirklichkeit das chinesische Regime, das gelinde gesagt, Politik und Sport vermischt hat. Damals, als China sich um die Olympischen Spiele bewarb, war eine der Grundbedingungen für die Vergabe, der China auch zustimmte, daß die Situation von Menschenrechten und Pressefreiheit in dem Land verbessert würden. Trotz der Versprechungen der Regierung haben sich die Menschenrechtslage und die Lage der Pressefreiheit in China und insbesondere in Tibet noch weiter ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:50 PM MEZ [Link]

Thursday, 26. June 2008

Sport1.de, 26.6.08:
Sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Peking hat der Europarat die Gastgeber-Nation aufgefordert, die Menschenrechtssituation zu verbessern.
Als Ausrichter der Sommerspiele könne sich China nicht darauf beschränken, nur seine organisatorischen Fähigkeiten zu beweisen, sondern müsse den Willen zeigen, etwas für die Einhaltung der Menschenrechte zu tun, heißt es in einer Resolution des Rates, dem 47 Länder angehören.
Verurteilt wurde zudem die gewaltsame Unterdrückung von Protesten im März in der autonomen Region Tibet.

Aufgegeben von TB @ 07:00 PM MEZ [Link]

Willkommen, Touristen in Tibet, wir erwarten euch ...

Spiegel, 24.6.08:
Drei Monate lang war Tibet abgeriegelt. Ab Mittwoch dürfen ausländische Touristen das Hochland wieder bereisen. Die Verhältnisse in der Region sind nach Ansicht der chinesischen Behörden nun "reif", um Gäste willkommen zu heißen.

Peking - Erstmals seit dem Beginn der gewalttätigen anti-chinesischen Proteste im März soll Tibet wieder für den Fremdenverkehr geöffnet werden. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag meldete, können ausländische Touristen ab Mittwoch wieder einreisen. Den Anfang werde eine kleine ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 10:05 AM MEZ [Link]

Wednesday, 25. June 2008

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.6.08, Winand von Petersdorff

China lauert im Fernseher, im Kleiderschrank und selbst auf dem Frühstückstisch: im grünen Tee aus Doppelkammerbeuteln mit der kombinierten Geschmacksnote Grapefruit & Zitrone.

Die Düsseldorfer Firma Teekanne mischt die Ernten verschiedener Herkunftsländer wild durcheinander mit dem ehrenwerten Ziel, immer die gleiche Geschmacksnote und Geschmacksqualität herauszubekommen. Die Gefahr, dass jeder Doppelkammerbeutel Teeblätter aus China enthält, ist gewaltig. Eine Million Tonnen Tee erntet das Land jedes Jahr und ist damit der größte Erzeuger.

Das ist normalerweise schnuppe, heute aber ein Hindernis. Denn nach der Niederschlagung der Proteste in Tibet postulierten Kritiker den Boykott Chinas. Diese Forderung inspirierte zu einem Experiment: Ein Alltag ohne China - funktioniert das überhaupt noch? ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 07:47 PM MEZ [Link]

Tuesday, 24. June 2008

Die Zeit online, 21.6.08, Georg Blume
Die olympische Flamme in Tibet: Drei Stunden wurde sie durch die streng abgesicherte Hauptstadt Lhasa getragen - eine eindeutige Provokation Chinas. Doch deshalb gleich den ganzen Fackellauf verfluchen? Nein. Ein Kommentar

Der olympische Fackellauf schreibt in diesem Jahr symbolische Geschichte. Erst begleiteten ihn hartnäckige pro-tibetische Demonstranten durch Europa und die USA. Dann wurde er in Chinas großen Küstenstädten von unverdächtig jubelnden Mengen nach Volksfestmanier in Empfang genommen. Nun stellten ihn die Chinesen an diesem Samstag unter Hochsicherheitsschutz, um Fackel und Feuer auf elf Kilometern durch die tibetische Hauptstadt Lhasa zu tragen... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 11:48 AM MEZ [Link]

Südtirol, 20.6.08
Der Autobauer Fiat hat sich in einer Presseaussendung bei der chinesischen Regierung für eine TV-Werbung mit dem Starschauspieler Richard Gere entschuldigt.
In dem Spot fährt der US-Star mit dem jüngsten Modell des Fiat-Hauses Lancia Delta von Hollywood nach Tibet. Hier trifft er einen kleinen als Mönch ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 11:41 AM MEZ [Link]

Monday, 23. June 2008

Vienna online, 20.6.08:
Knapp zwei Monate vor den Olympischen Spielen in Peking stehen auch in Österreich die Zeichen zwischen Chinesen und Tibetern auf Entspannung.
Spitzenvertreter der beiden Gemeinschaften haben in einem Gespräch mit der Wiener Wochenzeitung "Bezirksjournal" an Peking appelliert, die Türen zu Tibet zu öffnen, weil dies ein Beitrag zur Lösung des dortigen Konflikts wäre. "Je mehr Kontakt zu den Tibetern besteht, desto besser", sagte der Generalsekretär des Verbandes der Chinesen in Wien, Wang Gan, in einem Gespräch mit der Präsidentin der "Tibeter Gemeinschaft Österreich", Tseten Zöchbauer.
Auf die Frage, wie eine friedliche und dauerhafte Lösung der Tibet-Frage erreicht werden könne, sprach sich Wang für "mehr Freiheit in der Politik, besonders Pressefreiheit, auch in der chinesischen Presse" aus. "Ich bin dafür, dass China die Tür öffnet und die Journalisten reinlässt, und sie so berichten ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 03:25 PM MEZ [Link]

Sunday, 22. June 2008

Die Zeit, 19.6.08
...
ZEIT online: Wie ist die Situation in Tibet zurzeit?
Gyaltsen: Die Einschränkungen, denen die Tibeter unterworfen werden, sind nach wie vor groß. In Lhasa haben Tibeter Mühe, sich von einem Stadtteil zu einem anderen zu bewegen. Überall wird kontrolliert, Klöster sind von Sicherheitsleuten bewacht. Das größte Problem aber sind die sogenannten patriotischen Erziehungskampagnen an Schulen, Klöstern und Arbeitsstätten, bei denen Tibeter gezwungen werden, den Dalai Lama zu denunzieren und sich zur Kommunistischen Partei zu bekennen. Weigern sie sich, werden sie verhaftet. Das ist zuletzt immer wieder geschehen.

ZEIT online: Halten Sie Verbindung mit der dortigen Bevölkerung?
Gyaltsen: Eingeschränkt, der Kontakt ist schwierig. Vielen Tibetern sind ihre Mobilfunkgeräte abgenommen worden. Tibeter, die dennoch Kontakte ins Ausland unterhalten, machen sich verdächtig. Deswegen wagen sie es nicht, ihre Freunde im Ausland zu kontaktieren. Andersherum bringt man die dort lebenden Tibeter in Gefahr, wenn man ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 10:14 PM MEZ [Link]

Der Standard (A), 19.6.08: Amnesty Österreich-Chef Heinz Patzelt äußert sich im derStandard.at-Interview besorgt über die Lage von etwa 1000 Tibetern in Chinas Gefängnissen

"Nicht einmal genügend Material für Schauprozesse"
Etwa ein Viertel der rund 4000 Menschen, die nach den Unruhen im März von den chinesischen Behörden in Tibet verhaftet wurden, werden nach Angaben von Amnesty International nach wie vor vermisst. Was mit diesen Menschen geschehen ist, in welchen Gefängnissen sie sich befinden, weiß niemand. Die Menschenrechtsorganisation ist in China zwar verboten, Hinweise auf die Situation der Gefangenen erreichen sie trotzdem. AI-Österreich-Chef Heinz Patzelt äußert im derStandard.at-Interview große Sorge, dass sie die Haft nicht überleben.

derStandard.at: Was wird den verhafteten Tibetern, Amnesty International spricht von rund tausend Personen, eigentlich vorgeworfen?
Heinz Patzelt: Der pauschale Vorwurf lautet Beteiligung an den Unruhen. Es sind einige wenige in durchaus fragwürdigen Prozessen verurteilt worden, etwa tausend Menschen sitzen jetzt aber in Haft und die Regierung sagt nicht, warum und wo sie eingesperrt sind. Die Familien wissen nicht Bescheid und China unterbindet jede Kommunikation zwischen Tibet und der Außenwelt. Das macht die Sache so besonders bedenklich. Die chinesischen Behörden sind mit unwahrscheinlicher Härte ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 10:01 PM MEZ [Link]

www.phayul.com, 20. Juni 2008
Kathmandu - Drei führende Tibeter wurden am 19. Juni um 8 Uhr vormittags von Polizisten in Zivil in ihren Wohnungen festgenommen: Kelsang Chung, der Direktor des Tibetan Reception Centre, Ngawang Sangmo und Tashi Dolma, die Präsidentin und Vizepräsidentin des örtlichen Tibetischen Frauenverbandes.
Drakpa Tenzin, der Präsident des Tibetischen Jugendkongresses in Nepal sagte, die drei würden in der Polizeistation von Boudha festgehalten und fügte hinzu: „Ich war ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 01:25 PM MEZ [Link]

Saturday, 21. June 2008

Begleitung der Fackel Fackel in LhasaChinesischer Willkommensgruss...

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wurde heute die Fackel durch Lhasa getragen. Die 6 Meilen lange Strecke begann am Norbulingka und endete am Potala Platz. Hunderte von Polizisten und paramilitärischen Truppen standen im Abstand von wenigen Metern entlang der Route. Nur sorgfältig ausgesuchte Jubelschreier durften zuschauen. Die Bürger Lhasas wurden angewiesen in ihren Häuseren zu bleiben. Die ausländischen Reporter wurden in einem bewachten Konvoi durch die Stadt geschleust und durften nur am Anfang und am Ende des Fackellaufes dabei sein. Die Stadt war sonst wie ausgestorben und die meisten Läden hatten geschlossen.

Aufgegeben von TB @ 10:25 PM MEZ [Link]

Tuesday, 17. June 2008

Der Spiegel, 13.6.08, Andreas Lorenz, Peking

Der Streit um den Dalai Lama? Abgehakt. Die Eiszeit zwischen China und Deutschland ist vorbei - das verkündeten Außenminister Steinmeier und Premier Wen bei ihrem Treffen in Peking. Doch viele deutsche Manager sind neuerdings sauer auf die Volksrepublik: Sie fühlen sich massiv schikaniert.

Peking - Nun ist alles wieder gut, die Chinesen vertragen sich wieder mit den Deutschen, zumindest, wenn sie Frank-Walter Steinmeier heißen. Der politische Flirt von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem in Peking verhassten Dalai Lama im vorigen Herbst, die darauf folgende Eiszeit zwischen Berlin und Peking - Vergangenheit. Dies ist der Eindruck, den Chinesen und Deutsche am Freitag während des Besuchs von Steinmeier in China zu vermitteln suchten.
Premierminister Wen Jiabao bedankte sich in der Regierungszentrale Zhongnanhai gerührt bei dem Deutschen für die Erdbebenhilfe in Sichuan: "In der Not erkennt man den wahren Freund." Hilfe im Wert von 20 Millionen Euro, darunter ein mobiles Krankenhaus des Roten Kreuzes, sei in China eingetroffen. "In schwierigen Zeiten empfinden wir die Freundschaft des deutschen Volkes für das chinesische Volk und für China", erklärte Wen. Steinmeier kündigte an, deutsche Unternehmen wollten acht Schulen für die Kinder im Erdbebengebiet bauen.
Der Streit um den Dalai Lama? Nicht mehr der Rede wert: ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 11:39 PM MEZ [Link]

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD), Pressemitteilung, 20. Juni 2008

Nachdem der olympische Fackellauf durch die Autonome Region Tibet von drei Tagen auf einen Tag verkürzt worden ist, wird die olympische Fackel nun am 21. Juni in der unter strengster Überwachung stehenden Stadt Lhasa eintreffen.
Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) ist nach wie vor zutiefst besorgt wegen der einschneidenden Restriktionen, die dem tibetischen Volk in Tibet seit den Protesten vom März auferlegt werden.
Seit Anfang Juni wurden wieder Tausende von Angehörigen der Bewaffneten Volkspolizei (PAP) und Polizisten des Büros für Öffentliche Sicherheit (PSB) nach Lhasa verlegt und sind nun an den wichtigsten Marktplätzen, den Hauptstraßen, an Straßenkreuzungen und um die großen Klöster herum eingesetzt, um bei unerwarteten Zwischenfällen, wenn die Fackel vom Norbulingka zum Platz vor dem Potala Palast getragen wird, sofort eingreifen zu können.
Laut einer offiziellen Website der chinesischen Regierung wird die 11 km lange Strecke am Norbulingka, dem Sommerpalast des Dalai Lama, beginnen und am Potala Palast enden, doch der Zeitplan für den Fackellauf wurde nicht bekanntgegeben. Ein internes Zirkular [weiter]

Aufgegeben von TB @ 11:33 PM MEZ [Link]

Sunday, 15. June 2008

Financial Times Deutschland, 3.6.08, Astrid Maier (Peking)

Protestieren oder schweigen: Sportler streiten darüber, wie sie sich während der Olympischen Spiele in Peking verhalten sollen. Teng Biao, einer der prominentesten Menschenrechtsaktivisten in China, hat sie nun ermutigt, ihren Widerspruch gegen die chinesische Menschenrechts- und Tibet-Politik öffentlich zu zeigen.
"Ein solcher Protest würde viel Aufmerksamkeit erregen für die Menschenrechtssituation in China oder für Tibet", sagte Teng der Financial Times Deutschland. Die chinesische Regierung würde mit allen Mitteln versuchen, Proteste zu verhindern. "Aber es ist für sie schwierig, ausländische Sportler zu bestrafen."
Der Anwalt und Universitätsdozent ist einer der wenigen Menschenrechtsaktivisten, die vor den Olympischen Spielen noch nicht inhaftiert wurden. Im März war es fast so weit: Beamte ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:32 AM MEZ [Link]

Financial Times Deutschland, 4.6.08, Astrid Maier (Peking)

Der chinesische Computerkonzern Lenovo bereitet eine neue Marketingstrategie für das globale Geschäft vor. Der weltweit viertgrößte Branchenvertreter will den Markt in Westeuropa mit landesspezifischen Kampagnen aufrollen.
"Nach den Olympischen Spielen werden wir uns lokaler aufstellen", so der Lenovo-Vorsitzende Yang Yuanqing zur FTD. "Wir werden herausfinden, welches der beste Weg ist, unsere Marke von Land zu Land aufzubauen, wir werden je nach Region eine andere Strategie fahren."
Lenovo will bis Ende dieses Jahres verstärkt in das Geschäft mit Privatkunden in Europa einsteigen. Hier ist die Marke aus China, die sich bislang vorwiegend an Geschäftskunden gerichtet hat, noch so gut wie unbekannt. Die Wende sollen die Olympischen Spiele in Peking ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:31 AM MEZ [Link]

Friday, 13. June 2008

Süddeutsche Zeitung, 12.6.08: Zwei Monate Werbung
Von Henrik Bork und Thomas Hahn

Am Mittwoch erreichte die Harmonie die Stadt Shangri-la in der südwestchinesischen Provinz Yunnan, in der viele Tibeter leben, auch wenn sie nicht zur "Autonomen Provinz Tibet" gehört. Und das bedeutete für die Mönche, dass sie nicht auf die Straße durften. Diese Harmonie kam nämlich in Form der olympischen Fackel, die in den jüngsten Erklärungen chinesischer Olympia-Freunde wahlweise auch für Liebe, nationale Einheit und chinesische Kraft stand. Es war also in gewisser Weise eine verordnete Harmonie von ganz oben im KP-Staat, weshalb die Behörden sie wieder mal mit großem Aufwand bewachten. Einheiten der Bewaffneten Volkspolizei säumten die Straßen, paramilitärische Kräfte postierten sich auf Häuserdächern, und die tibetischen Mönche der Stadt bekamen zur Protestvorsorge von nervösen Sicherheitskräften ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 03:35 PM MEZ [Link]

Thursday, 12. June 2008

Dharamsala (Reuters), 6.6.08:
Das für den kommenden Mittwoch geplante Treffen sei abgesagt, teilte Tenzin Taklha, Berater des tibetischen Oberhaupts Dalai Lama, am Freitag im indischen Exil mit. Er hoffe, es werde noch im Juni nachgeholt.

Die Exil-Tibeter drängten zugleich auf möglichst baldige und häufige Treffen. "Dies würde das gegenseitige Misstrauen abbauen und Vertrauen schaffen", sagte Thubten Samphel, ein Regierungsvertreter. Damit könnten die Chancen für eine Lösung des ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 10:27 PM MEZ [Link]

Spiegel online, 8.6.08
Für Chinas Intellektuelle ist es ein Wagnis, mit westlichen Medien zu sprechen. Der regimekritische Schriftsteller Wang Lixiong ging das Risiko ein. Im Interview erklärt er, warum der Tibet-Konflikt nur durch einen politischen Systemwechsel zu lösen ist und beschreibt sein Leben unter staatlicher Kontrolle.

SPIEGEL: Herr Wang, nach den Unruhen in Tibet und den Nachbarprovinzen greift Peking hart durch. Bewaffnete und normale Polizei verhaften Verdächtige. In den Klöstern wird die sogenannte patriotische Erziehung junger Mönche verstärkt. Ist dies der richtige Weg, dem Problem beizukommen?

Wang: Nein, natürlich nicht. Aber ich denke, die chinesischen Führer haben keine andere Wahl. Premierminister Wen Jiabao scheint sich dafür ausgesprochen zu haben, die Situation zu entspannen. Aber selbst wenn er wollte, könnte er nichts voranbringen.

SPIEGEL: Warum? ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:40 PM MEZ [Link]

Sunday, 8. June 2008

15. Mai 2008 Druckversion in pdf
Department of Information & International Relations - Central Tibetan Administration
Dharamsala - 176215, India
Kontakt: Mr Thubten Samphel, Mr Sonam N Dagpo
Tel.: + 91 1892-222510, 224957, 224662, E-mail: tneditor@gov.tibet.net, www.tibet.net

Seit dem Ausbruch der friedlichen Proteste in Tibet am 10. März 2008 macht sich die chinesische Regierung den ganzen Einfluß der staatlichen Medien zunutze, um Beschuldigungen gegen die "Dalai Clique" zu verbreiten. Diese reichen von der "Inszenierung der jüngsten Proteste in Tibet durch Seine Heiligkeit den Dalai Lama" bis zum "Versuch der Wiederherstellung des Feudalismus in Tibet".

Dies ist der erste Teil der Antwortserie der CTA (Central Tibetan Administration = tibetische Regierung-im-Exil) auf diese Anschuldigungen.

Die chinesische Übersetzung dieser Erwiderung steht auf www.xizang.zhiye.org zur Verfügung, die tibetische findet sich auf www.tibet.net/tb/

Das Spiel der chinesischen Regierung mit Tadel und Schande: [weiter]

Aufgegeben von TB @ 09:20 AM MEZ [Link]

Saturday, 7. June 2008

Tibetisches Solidaritätskomitee, www.stoptibetcrisis.net, Pressemitteilung, 6. Juni 2008

Wie am 1. Juni aus glaubwürdiger Quelle verlautete, gibt es auf einmal wieder ein großes Militär- und Polizeiaufgebot in Lhasa. Die Bewegungsfreiheit der Tibeter ist aufgrund der ständigen Kontrollen
extrem eingeschränkt. Die chinesischen Behörden verhafteten erneut Tibeter, die im Mai bereits freigelassen worden waren.
Eine bestimmte Gruppe von Häftlingen ließen sie extra zu dem Zweck frei, um Hinweise auf geplante Proteste zu sammeln und die Namen der Demonstranten vom März herauszufinden. Den Freigelassenen wurde befohlen, sich genau an die Anweisungen zu halten. Die chinesischen Behörden belohnen nämlich Personen, die ihnen die Namen ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 04:00 PM MEZ [Link]

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.6.06
Vor der beginnenden EU-Ratspräsidentschaft Frankreichs sprach FAZ.NET mit dem Präsidenten des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering, über unabgesprochene Vorstöße Sarkozys, die China-Politik der Union und die Beitrittsperspektiven der früheren jugoslawischen Teilrepubliken. Die Fragen stellte Markus Bickel.

Herr Präsident, das China nach dem Erdbeben scheint ein anderes zu sein noch vor zwei Monaten: Das Regime zeigt sich von seiner besten Seite. Halten Sie dennoch an Ihrer Forderung nach einem Boykott der Eröffnungsveranstaltung der Olympischen Spiele fest?

Ich habe vor einigen Tagen mit dem neuen chinesischen Botschafter bei der Europäischen Union sehr lange gesprochen. Ich habe meine Anerkennung zum Ausdruck gebracht, dass China bei dieser schweren Erdbebenkatastrophe sich der Hilfe der Welt geöffnet hat. Ich habe ihm meine Solidarität mit den Opfern erklärt.

Was Tibet angeht, sehe ich derzeit keine Fortschritte, sodass es bei der Forderung des Europäischen Parlamentes bleibt, dass führende Politiker des Europäischen Parlaments und der Europäischen Union an der Eröffnungsfeier der Olympischen nicht teilnehmen - falls ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 11:01 AM MEZ [Link]

Kurier (A), 3.6.08
Wie der Sydney Morning Herald berichtet, wich während eines vor kurzem in Peking stattgefundenen Treffens australischer Diplomaten und Akademiker einer der chinesischen Redner zu deren größtem Erstaunen vom Text ab. Dabei gab er zu, Tibet stelle ein wirtschaftliches Entwicklungsproblem dar. Er bemerkte, dass enorme Geldflüsse der Regierung hauptsächlich an eingewanderte ...

Proteste während Olympischer Spiele

Währenddessen hat ein Netzwerk protibetischer Studentengruppen für die Zeit der Olympischen Spiele Proteste in der ganzen Welt angekündigt. Wahrscheinlich werde man auch in der chinesischen Hauptstadt Peking demonstrieren, sagte die Sprecherin des ...
Vollständiger Bericht [weiter]

Aufgegeben von TB @ 10:55 AM MEZ [Link]

Tibetisches Solidaritätskomitee, www.stoptibetcrisis.net, Pressemitteilung, 2. Juni 2008

Wie glaubwürdige Quellen versichern, gingen am 24. Mai 2008 in Lhasa wieder einige Tibeter auf die Strasse und forderten mit ihren Slogans die Unabhängigkeit für Tibet.
Kurz nach Mittag am 24. Mai tauchten drei tibetische Jugendliche auf dem Tromzikhar Markt auf und warfen den tibetischen Ladenbesitzern vor: "Habt ihr denn nicht genügend Tsampa zu essen, dass ihr eure Läden geöffnet haltet, wo doch ganz Tibet solches Leid widerfährt?". Sie legten den Ladenbesitzern nahe, ihre Geschäfte als Zeichen der Solidarität mit dem Leiden des tibetischen Volkes zu schliessen. Danach begannen die drei Jugendlichen, ihre Slogans zu rufen. Die chinesischen Sicherheitskräfte, die sowohl in Uniform als auch verdeckt in Zivilkleidung überall ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 10:43 AM MEZ [Link]

Monday, 2. June 2008

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 1.6.08, Klaus-Dieter Frankenberger

Im Frühjahr noch war der chinesische Modus nationalistische Empörung. Die Chinesen empörten sich darüber, dass viele im Westen ihnen die Schuld an der Zuspitzung der Tibet-Frage gaben und im geistigen Führer der Tibeter, dem Dalai Lama, alles andere als einen Himalaja-Usama sahen. Vor allem regten sich die Machthaber und die staatlichen Medien darüber auf, dass in Europa eine Diskussion über einen Boykott der Olympischen Spiele ausgebrochen war, weil man einem Land, dass mit seinen Minderheiten nach Diktatorenart umspringe, nicht noch mit der Teilnahme an den Spielen einen Propaganda-Gefallen tun dürfe.

Das ist, wie gesagt, noch gar nicht so lange her, aber politisch liegen Welten zwischen „Tibet“ und der Art und Weise, wie das Regime mit der Erdbebenkatastrophe umgeht und wie es dem Taiwan-Konflikt die Hitze zu entziehen sucht. Vielleicht stimmt es ja, was behauptet wird: dass amerikanische Werbeagenturen den Machthabern geraten haben sollen, ein ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 12:23 PM MEZ [Link]

Montag, 2. Juni

PeacemarchTGSL (59k image)
Organisation: Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz & Liechtenstein (TGSL)

Bilder, Bericht, Memorandum an die UN High Commissioner for Human Rights, Mrs. Louise Arbour auf www.phayul.com

52 Tibetan exiles living in Switzerland and Liechtenstein have successfully completed a Peace March for Tibet from 27 May until 2 June 2008. The group has walked close to 160 km from ... [weiter]

Aufgegeben von TB @ 06:35 AM MEZ [Link]

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