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China blockiert die Radiosendungen des Kurzwellensenders «Voice of Tibet (VOT)»
World Tibet News - 24. Januar 2000 / Stiftung «Voice of Tibet», Oslo - Norwegen
Am Mittwoch, den 12. Januar, fing die Volksrepublik China an, die Sendungen der VOT zu blockieren, indem sie in China produzierte Programme auf der Frequenz der VOT sendete. Daraufhin wechselte diese sofort die Frequenz, aber am Sonntag, 23. Januar, beschlossen die chinesischen Verantwortlichen, auch die Uebertragung auf den neuen Frequenzen zu stören.
Ein sachkundiger Radio-Mitarbeiter, der sich nahe dem Gebiet befand, in dem der Sender empfangen werden kann, stellte heute den folgenden Kontrollbericht zur Verfügung:
«Heute besteht kein Zweifel. Die Chinesen blockieren die Uebertragungen der VOT so stark, dass ich VOT von 12.15 Uhr an nicht hören kann. Auch auf den anderen Frequenzen wird die VOT von chinesischen Meldungen überlagert, dadurch wird die VOT stark gestört.»
Die VOT fing am 10. Dezember 1999 an, zusätzlich zu den bisherigen 30-minütigen Sendungen in tibetischer Sprache auch einen 15-minütigen Beitrag in Mandarin zu senden. Dieser Service kann auch auf dem Internet gehört werden (www.vot.org).
Die chinesischen Bemühungen, den Sender Voice of Tibet zu stören, ist ein schwerwiegender Verstoss gegen internationale Vereinbarungen und Gesetze und setzt ein falsches Signal nur eine Woche nach den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Menschenrechtserklärung der UNO. Darin ist im Artikel 19 festgehalten:
«Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungsfreiheit und das Recht, diese auszudrücken; dieses Recht umfasst die Freiheit, eine Meinung ohne Einmischung zu vertreten und Information über jedes Medium, ungeachtet der Grenzen, zu suchen, zu empfangen und weiter zu vermitteln.»
China will vermeiden, dass TibeterInnen in Tibet Zugang haben zu unvoreingenommenen Informationen. Die Voice of Tibet sucht nun internationale Unterstützung , z.B. bei der International Telecommunications Union (ITU) in Genf. Das letzte Mal, als die chinesischen Behörden die Programme der VOT gestört hatten, wurde eine Beschwerde bei der ITU eingereicht; ihre Antwort war, dass China sich sowieso nicht um die Meinung der Weltöffentlichkeit kümmere. Mit der Störung der VOT-Sendungen in Mandarin, versuchen die chinesischen Behörden jedoch, ihren eigenen BürgerInnen den Zugang zu unparteiischen Nachrichten und Informationen zu verwehren.
Im Jahre 1996 hatten die chinesichen Behörden die Programme der VOT blockiert, indem sie ein in Australien produziertes Programm "Easy FM" auf der Frequenz der VOT sendeten. Der Australian Tibet Council protestierte bei der australischen Firma, die mit Radio China International zusammen arbeitete, um das Programm «Easy FM» zu produzieren; er brachte das Thema bis zu den für das Radio Verantwortlichen in Peking.
1998 beschlossen die Chinesen, ein Programm zu senden, das zusammen mit Radio Canada International (RCI) produziert wurde, um die Uebertragungen der Voice of Tibet zu verhindern. Nachdem RCI verlangt hatte, dass dieses Vorgehen nicht mehr angewandt werden soll, haben die Chinesen keine fremdsprachigen Programme mehr verwendet, um die Sendungen der VOT zu blockieren.
Die VOT wird jetzt Kontakt aufnehmen mit Organisationen, die sich für die Menschenrechte und das Recht auf freie Meinungsäusserung einsetzen. Sie werden um Unterstützung angefragt, um den Verstössen der chinesischen Behörden gegen internationale Gesetze und Vereinbarungen ein Ende zu bereiten.
Uebersetzt von Susan Gut
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