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Mustang - Königreich im Himalaya

GemiMustang war lange Zeit eine der wenigen Regionen, welche für Ausländer als unerreichbar galt. Nur sehr wenige Europäer hatten die Region nördlich des Dhaulagiri und Annapurna in Nepal besucht, als sie vor 5 Jahren für einen behutsamen Tourismus geöffnet wurde. Die Berichte sprachen von einer hochzivilisierten mittelalterlichen Gesellschaft und einer unbeschreiblichen Landschaft.

Es ist ein karges und trockenes Gebiet mit schneebedeckten Gipfeln, welches weit nach Tibet hineinreicht. Kalte Winde fegen durch enge Canyons und über baumlose Ebenen; im Laufe der Jahrtausende hat die Erosion bizarre Felslandschafen gebildet.

Menschen haben dieses Gebiet seit Jahrtausenden besiedelt, die weiss-getünchten Häuser scheinen wie Oasen in einer riesigen Wüste. Die Leute sind Bauern und Viehzüchter, im Winter verlassen viele die Dörfer und arbeiten als Händler weiter im Süden.

Lo Manthang, Haupstadt MustangsUrsprünglich lebten die Leute in heute unzugänglichen Höhlen in steilen Feldwänden. Später wuchs der Einfluss der tibetischen Yarlung-Dynasty, im 15. Jahrhundert wurde das unabhängige Königreich Lo gegründet von Amepal, Residenz war die ummauerte Hauptstadt Lo Mantang. Amepal lud den berühmten buddhistischen Gelehrten Ngorchen Künga Zangpo nach Mustang ein, es kam zu einem Höhepunkt buddhistischer Kultur, der später nie wieder erreicht werden konnte.

Vermutlich ist es seiner abgeschiedenen Lage zu verdanken, dass Mustang in späteren Zeiten unter verschiedenen Herrschern eine grosse Autonomie behielt. Heute stellen jedoch Tourismus und - mehr noch - die schleichende Hinduisierung eine Gefahr dar.

Mutter mit Tochter in Lo Manthang1950 wurde Mustang zu einem Teil Nepals erklärt. Die Jahre nach der chinesischen Besetzung Tibets führten zu vielen Problemen in Mustang, eine grosse Anzahl tibetischer Freiheitskämpfer (Khampas) unternahmen von Mustang aus Angriffe auf chinesische Truppen auf tibetischem Gebiet. 1970 forderte der Dalai Lama ein Ende des Guerilla-Kampfes, welchem die Khampas folgten. Seit 1992 dürfen jährlich 700 Touristen Mustang besuchen, die Visa-Gebühren sind nicht unbescheiden (US$ 70 pro Tag), von dem Geld scheint das meiste aber in Kathmandu zu bleiben und nicht für Projekte in Mustang eingesetzt zu werden.

Im beiliegenden Reisebericht wird die Route von Jomosom nach Lo Mantang über Samar, Gemi, Tsarang beschrieben. Der Rückweg führt über Tamar, Gemi, Chele, Tetang und Muktinath.

Carsten Nebel, 02.04.1999
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