Tibetfreunde
Verein für Entwicklunszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
für TibeterInnen in den Himalayaländern
Hilfe zur Selbsthilfe
Dank der Unterstützung durch die indische Regierung und mit Beiträgen von verschiedenen,
meist privaten Hilfswerken, vor allem aber dank ihrem eigenen grossen und effizienten
Einsatz, haben die TibeterInnen eine gutfunktionierende Infrastruktur aufgebaut, doch
fehlt es immer noch an finanziellen Mitteln, um die begonnenen und geplanten
Projekteweiterzuführen. So sind in Indien und Ladakh Internatsschulen aufgebaut worden,
die vor allem mit Beiträgen aus Europa finanziert wurden.Zahlreiche Patenschaften
ermöglichen tibetischen Kindern in diesen Schuleneine gute Erziehung und Ausbildung.
Über ganz Indien verstreut sind in den settlements bescheidene Krankenstationen errichtet
worden, deren Unterhaltaber nicht überall gewährleistet ist. Heute ist eine
kontinuierliche Hilfeund Unterstützung notwengig, um das mit viel Einsatz begonnene Werk
weiterzuführen. TIBETFREUNDE möchte dazu einen Beitrag leisten.
Wie können Sie hilfsbedürftige TibeterInnen unterstützen?
- mit einem jährlichen Mitgliederbeitrag von Fr. 60.-,
Studierende Fr. 30.-, GönnerInnen ab Fr. 200.-
- durch die Übernahme einer Patenschaft für ein tibetisches
Kind oder ein/n Erwachsene/n
- durch einzelne Spenden - nach Wunsch für ein bestimmtes
Projekt
Projekte, die von TIBETFREUNDE unterstützt werden
- Vermittlung von Kinder-, Alten- und Krankenpatenschaften in
Indien und Nepal (monatlich zwischen Fr. 30.- und Fr. 40.-)
- Unterstützung einzelner Familien oder Einzelpersonen.
- Bau und Unterhalt von Tagesschulen und Internaten.
- Bau und Unterstützung von Krankenstationen.
- Erwerb und Versand von Medikamenten.
- Hilfeleistung bei landwirtschaftlichen Projekten.
- Kulturelle Projekte.
Die Vorstandsmitglieder und Verantwortlichen von TIBETFREUNDE
arbeiten unentgeltlich. Unsere Verwaltungskosten sind deshalb äusserst gering.
Kontaktadressen
Zielsetzung des Vereins Tibetfreunde
Der Verein Tibetfreunde möchte Sie über das Schicksal und
die Bestrebungen der Tibeter und ihres Heimatlandes Tibet orientieren. Das Anliegen von
TIBETFREUNDE ist es, mitzuhelfen, die bedrohte Identität und Kultur der Tibeter zu
bewahren durch Entwicklungszusammenarbeit im weitesten Sinne. Diese
Entwicklungszusammenarbeit umfasst die Unterstützung zur lebendigen Erhaltung und
Fortführung der eigenständigen traditionsreichen tibetischen Kultur sowie die Förderung
der eigenständigen Wirtschaftlichkeit durch Hilfeleistung im medizinischen, schulischen,
landwirtschaftlichen und beruflichen Bereich.
TibeterInnen im Exil
Im Jahre 1959 sahen sich über 100'000 TibeterInnen gezwungen, ihre angestammte Heimat
Tibet zu verlassen, die im Laufe der fünfziger Jahre durch die Volksrepublik China
annektiert worden war. Die Flüchtlinge suchten vor allem Zuflucht in den
Himalayaländern, vorwiegend in Indien, um sich eine neue Existenz in Freiheit aufzubauen.
Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama, gestiges und politisches Oberhaupt von Tibet,
errichtete in Dharamsala in Nordindien seine Exilregierung. Von dort aus lenkt er seither
die politischen Geschäfte und Geschicke der über die ganze Welt verstreuten, tibetischen
Gemeinschaft. Der Dalai Lama liess die alte Regierungsverfassung völlig überarbeiten und
den Anforderungen der heutigen Zeit anpassen. So verkündete er 1963 eine demokratische
Verfassung für Tibet. Dies war auch die Zeit, als zahlreiche Hilfswerke sich der Not der
tibetischen Flüchtlinge annahmen und vor allem den TibeterInnen in Indien und Nepal
grosszügige Hilfe leisteten. Im Jahre 1979 reiste erstmals eine vom Dalai Lama
beauftragte Delegation zu einem Besuch nach Tibet, um sich über die politische,
wirtschaftliche und religiöse Situation in Tibet zu orientieren. Auch eine mögliche
Rückkehr des Dalai Lama in seine Heimat wurde überprüft. Das Resultat dieser
Informationsreise, die in den nächsten Jahren wiederholt wurde, ist bekannt. Erstmals
erfuhr eine breite Weltöffentlichkeit, welche Leiden dem tibetischen Volk inter der
Machtergreigung der Chinesen widerfahren waren und welche Not sie nach wie vor leiden. -
Die buddhistische Relition verbietet es den TibeterInnen, Probleme mit Gewalt zu lösen,
daher versuchen sie durch Information und durch friedliche Unternehmungen, einen stillen
und gewaltlosen Kampf gegendie Besetzuung ihres Landes zu führen.
Probleme des Exildaseins
Zu Beginn des Flüchtlingsdaseins wurde den TibeterInnen von zahlreichen internationalen
Hilfswerken grosszügige Hilfe und Unterstützung zuteil, doch viele tragische politische
Ereignisse und Katastrophen aller Art inder übrigen Welt lenkten bald einmal das
Interesse der Öffentlichkeit und der Hilfswerke an andere Orte. Heute sehen sich viele
äusserst bedürftige Tibetergemeinschaften, vor allem in den Himalayaländern, wieder
vollkommen sich selber überlassen. In Erwartung einer eventuellen Rückkehr nach Tibet
leben die Tibeter heute vor allem über ganz Indien verstreut, in sogenannten settlements,
d.h. grösseren und kleineren Siedlungen, wo siezwar eine recht gute Infrastruktur
besitzen, aber meist in grosser Armutleben. Das durchschnittliche Jahreseinkommen von Fr.
600.- resultiert hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Erträgen, einem bescheidenen
Kunsthandwerk, vor allem der Herstellung von Teppichen und kleinerem Handel. Für die
alten Leute besteht keinerlei Fürsorge. Unterernährung und Krankheiten fordern nach wie
vor ihre Opfer. Vielen Eltern ist es nicht möglich, das Schulgeld für ihre Kinder für
den Eintritt in eine tibetische Schule aufzubringen. Zahlreichen jungen Menschen ist es
aus finanziellen Gründen nicht möglich, eine höhere Schule zu besuchen, um später eine
gesicherte Existenz aufzubauen. In den Klöstern teilen die Mönche oft ihre eh schon
bescheidenen Lebensmittelrationen mit den immer noch zahlreich aus Tibet flüchtenden
jungen Menschen, die in den Klöstern in Indien eine traditionelle, religiöse Ausbildung
suchen. Diese Klöster sind das geistige Zentrum der TibeterInnen. Dort wird von hohen,
über Jahrzehnte geschulten Gelehrten das jahrtausende alte Gedankengut, die Philosophie
und die Lehre des tibetischen Buddhismus bewahrt und an die junge Generation von Mönchen
weitergegeben. Dort werden auch Dichtkunst, Malerei, Bildhauerei, Musik und Tanz sowie
Medizin und Astrologie gelehrt.
| Karma Lobsang, 28.09.1998 |
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