Tibet ist ein besetztes Land
Seit der Unabhängigskeitserklärung im Jahre 1913 bis zur völkerrechtswidrigen
Annexion durch die Volksrepublik China im Jahre 1951 ist Tibet ein vollständig
unabhängiger Staat gewesen. China vertritt jedoch die Auffassung, Tibet habe unter
chinesischer Souveränität gestanden und sei deshalb ein unveräusserlicher Teil Chinas.[weiter] Massenumsiedlung Die chinesischen Regierung versucht, die Tibeter zur Minderheit in ihrem eigenen
Land zu machen. Diese Umsiedlungspolitik spitzt sich alarmierend zu. In Tibet bedeutet die
Bevölkerungsverlegung die grösste Bedrohung für das Ueberleben des tibetischen Volkes und seiner Kultur. [weiter]
Verhaftung und Folter
Die meisten inhaftierten TibeterInnen
wurden wegen Verbreitung "konterrevolutionären" Materials verhaftet oder
gefangen gehalten. Der Gebrauch von Viehtreiberstöcken und Elektroden, lange Perioden der
Einzelhaft, Isolationshaft mit Kommunikationsverbot, Schläge und Fesselungen sind die
üblichen Methoden, die angewendet werden, um Gefangene zu quälen. Frauen sind oft
geschlechtsspezifischen Folterungen ausgesetzt. [weiter]
Zwangsabtreibung und Kindstötung Tibet hatte niemals ein Bevölkerungsproblem und hat auch heute keines. Trotzdem
sind erzwungene und aufgenötigte Eingriffe weit verbreitet. An tibetischen Frauen werden
Sterilisationen und Abtreibungen vorgenommen, manchmal sogar ohne das Wissen der Frauen.
Es gibt Krankenhäuser, wo zum Geburtszeitpunkt tödliches Ethanol in den Kopf der Babies
injiziert wird, so dass sie tot geboren werden.[weiter]
Unterdrückung der Kultur und
Religion
Während der Kulturrevolution wurden mehr als
6'000 Klöster zerstört. Entgegen der Beteuerungen der chinesischen Regierung gibt es
auch heute keine Religionsfreiheit. Die wenigen zugelassenen Mönche werden von
Regierungsstellen bestimmt und unterliegen strengen politischen Kontrollen. Die tibetische
Sprache wurde durch Chinesisch ersetzt, tibetische Geschichte und Kultur wird in Schulen
nicht unterrichtet. Der junge Panchen Lama und seine Familie wurden von der chinesischen
Regierung verhaftet, über deren Aufenthaltsort weiss man nichts. [weiter]
Umweltzerstörung und nukleare
Verseuchung
Der grössten Teil der chinesischen Atomindustrie - Produktion, Forschung und
Lagerung - befindet sich auf tibetischem Gebiet. China hält sich nicht an ein zur Zeit
geltendes Testmoratorium für Nuklearwaffen und hat anfangs Juni 1996 einen weiteren
Testversuch durchgeführt. Riesige Waldgebiete werden gerodet. In vermehrtem Masse wird
Bergbau betrieben. Wilde und teilweise geschützte Tiere werden gejagt. [weiter]
Vorschläge des Dalai Lama zur
Lösung des Konflikts

Dalai Lama bei Verleihung
des Friedensnobelpreises
|
Für seinen unermüdlichen Einsatz mit
gewaltlosen Mitteln und durch Dialog eine Lösung für das Tibetproblem zu finden, erhielt
der Dalai Lama 1989 den Friedensnobelpreis. Er
hat einen Fünf-Punkte-Friedensplan vorgeschlagen. Dieser fordert neben der Einhaltung der
Menschenrechte den Schutz der Umwelt Tibets und die Aufnahme ernsthafter Verhandlungen
über den künftigen Status Tibets. Der Dalai Lama fordert keinen unabhängigen Staat
Tibet. Die chinesische Regierung hat es bisher trotzdem abgelehnt, auch nur über die Vorschläge zu diskutieren. [weiter]
| Carsten Nebel, 26.09.1998 |
|
|